Knapp 90 Fasnachtszünfte, Fasnachtsgruppen und Guggenmusiken sind am kommenden Sonntag zu Gast in Laufenburg. Unter dem Motto «Narren zu Gast bei Freunden» findet ab 13.20 Uhr ein grosser grenzüberschreitender Umzug statt. Gefeiert werden mit dem Umzug zwei Jubiläen: Die Waldgeister aus dem badischen Ortsteil Rhina feiern ihren 20. Geburtstag und die Salmfänger aus Laufenburg (CH) ihr 25-jähriges Bestehen.

Für die Salmfänger ist es eigentlich ein Nachfeiern, gründeten doch engagierte Fasnächtler den Verein bereits 1992 – mit dem Ziel, die Fasnachtstradition in Laufenburg zu beleben und zu erhalten. Sie übernahmen 1993 die Hauptorganisation auf der Schweizer Seite und waren massgeblich an der Entwicklung der grenzüberschreitenden Städtlefasnacht beteiligt, ehe 2012 das OK Städtlefasnacht mit Vertretern von allen Fasnachtsvereinen gegründet wurde.

Doch weshalb feiern die Salmfänger erst dieses Jahr? «Das Jahr 2017 stand bei uns ganz im Zeichen der Organisation der Delegiertenversammlung des Hefari», erklärt «Obersalmi» Anita Schraner. Hefari ist die Abkürzung für Helvetischer Fasnachtsring, einem nationalen Fasnachts-Verband. Den Delegierten aus der ganzen Schweiz und Liechtenstein präsentierten die Salmfänger ein grosses Rahmenprogramm unter dem Motto «made in Laufenburg». Für den kleinen Verein – derzeit haben die Salmfänger zwölf Mitglieder – eine riesige Aufgabe und viel Arbeit, «die wir dank der Hilfe der anderen Laufenburger Fasnachtsvereine bewältigen konnten», so Schraner.

Historische Gewänder

Dieses Jahr soll nun das Feiern etwas mehr im Vordergrund stehen. Zumal im 2018 auch «unser Gewand und die Salmigrotte Jubiläum feiern», wie Anita Schraner sagt. Die Grotte, das Vereinslokal, existiert seit 25 Jahren. Dort halten die Salmfänger das ganze Jahr über regelmässige Treffen ab, was den Zusammenhalt stärkt.

Dass sich die Vereinsmitglieder ausserhalb der närrischen Zeit nicht aus den Augen verlieren, hat aber noch einen weiteren Grund: das historische Gewand. Auf alten Bildern habe man studiert, wie die ärmeren Leute zu Zeiten des Salmfangs gekleidet gewesen seien, erklärt Anita Schraner. Das Männergewand wurde vor 20 Jahren einer Abbildung aus einem alten Stich von Ende des 19. Jahrhunderts nachempfunden und geschneidert. Das Frauengewand wurde um 1800 so getragen.

«Mit unserem Gewand passen wir gut ins Stadtbild und präsentieren ein altes Handwerk», sagt Anita Schraner. Die Salmfänger sind deshalb auch an Handwerkermärkten oder dem Laufenburger Weihnachtsmarkt vertreten. Vorerst aber freuen sich die Salmfänger auf die Fasnacht im Allgemeinen – und den grossen Umzug vom Sonntag im Speziellen.