Überzeugt haben die 26 Herren des Männerchors Sängerbund Wittnau unter Leitung von Monika Sturm-Schmid bei ihrem Konzert am Wochenende. Mitgebracht hatten sie traditionelles Liedgut und moderne Songs, die sie in grosser oder auch in kleinerer Formation gekonnt mit Schwung, Gefühl und Humor vortrugen. Das Publikum erklatschte sich nach fast jedem Song eine kurze Wiederholung.

Am Klavier wurden die Männer begleitet von «der besten Pianistin Russlands», so ihre Einschätzung, von Viktoria Roubtsova. Dezent und zurückhaltend am Schlagzeug: Nicolas Müller. Die Moderationen hatten die Sänger selbst in die Hand genommen. Diese verbanden sie mit lustigen Einlagen und entwickelten dabei erstaunliche Talente.

Veronika und der Lenz

Mit dem bekannten Berliner Vocalensemble aus den 1927–1935-er Jahren, den Comedian Harmonists, eröffnete der Chor den Abend. Wohlklingend fröhlich das Lied «Ein guter Freund» aus der Operette «Die drei von der Tankstelle», später vom gleichen Ensemble auch die «Veronika, der Lenz und der spriessende Spargel». Eine der erfolgreichsten deutschen Bands sind «Die Prinzen» aus den 1990-er Jahren. Ihre grössten Hits «Alles nur geklaut» und «Der Mann im Mond» schmetterten die Wittnauer Herren mitreissend rhythmisch und mit herrlicher Ironie.

Doch der Chor konnte auch ruhig, melodisch und besinnlich etwa mit»Simon & Garfunkel», hatte Tempo und Pfeffer dabei mit «Dschingis Khan» und ihrer Reise ins geheimnisvolle «Moskau».

Der Leckerbissen zum Schluss

Innig das «Montanara», die Noten hüpften ausgelassen beim Titelsong des Programms «Sing a Song» (The Carpenters). Konzertant nachdenklich «Engel» der Band Rammstein. «The Chordettes» waren eine A-cappella-Girlgruppe aus den 1950-er Jahren. Bekannt ihr «Mr. Sandman», dem auch die Bässe und Tenöre aus Wittnau im Barbershop-Gesang eine besondere Bedeutung gaben.

Mit Bravour meisterten die Sänger das Lied «Rama Lama Ding Dong» (The Edsels) im Doo-Wop-Stil, bei dem nicht ganz einfach Geräusche oder Instrumente imitiert werden. Einen besonderen Leckerbissen hatten sie sich für den Schluss aufgehoben. Wohl jeder kennt den erfolgreichen Hit «Live is Life» der österreichischen Rockband Opus. Hingerissen gab sich der Chor auf der Bühne dem fetzigen Rhythmus hin, das Publikum klatschte begeistert mit.