Wölflinswil-Oberhof

Die Rückblende ist das Langzeitgedächtnis zweier Gemeinden

Die 50. Ausgabe der Dorfchronik Rückblende ist mit 88 Seiten Umfang erschienen. Am Wochenende war Gelegenheit zurück und nach vorne zu schauen.

Einwohner, die Mitglieder der Kulturkommission und der Historiker Linus Hüsser haben an der Entstehung der Rückblende mitgewirkt. Für Hüsser ist die Dorfchronik das kulturhistorische Gedächtnis der beiden Gemeinden Wölflinswil und Oberhof. «50 Jahre, ein halbes Jahrhundert, das ist die Zeit für einen Blick zurück», stellte Gabi Reimann-Treier, Gemeinderätin und Mitglied der Kulturkommission Wölflinswil-Oberhof bei der Präsentation der 50. Ausgabe der Rückblende fest. Die Jubiläumsausgabe wurde am Samstag im Rahmen eines Apéros den Gemeinderäten und ehemaligen Mitgliedern der Kulturkommission vorgestellt.

1968, das Jahr der ersten Ausgabe, sei eher wegen des Prager Frühlings oder der Wahl Willy Spühlers zum Bundespräsidenten in Erinnerung geblieben. «Mit Sicherheit zeigt sich der Mikrokosmos Fricktal beziehungsweise Wölflinswil-Oberhof deutlich weniger spektakulär», meinte Reimann-Treier. «Dennoch empfanden es Zeitgenossen wie Peter Bircher, der Mann der ersten Stunde, Otto Meier oder Paul Emmenegger nicht weniger relevant, einen Startschuss zu geben, um das Zeitgeschehen in unseren Dörfern festzuhalten. So wurde sie geboren: unsere Rückblende.»

Foto-Rückblick auf sechs Seiten

In der Broschüre kann man über das Weihnachtstheater der 6. Schulklasse in Wölflinswil lesen, vom Eierlesen in Oberhof oder der Ministrantenreise nach Solothurn. In der 50. Ausgabe zeigt sich auf 88 Seiten das Geschehen aus beiden Dörfern in rund 100 Texten dokumentiert. Die Rückblende erscheint seit letztem Jahr in Farbe, als das Magazin ein neues Layout erhielt. Zahlreiche Autoren haben Aktivitäten im Dorf, in den Schulen, Vereinen, Kirchen und der Politik festgehalten und auch die Mitglieder der Kulturkommission haben eigene Beiträge verfasst, die durch das Kürzel «Rüble» gekennzeichnet sind. Die Abkürzung für Rückblende dient auch als Spitzname für die Broschüre.

«Unter dem Motto ‹Blick zurück› haben wir Fotos aus den letzten fünf Jahrzehnten gesammelt und versucht, herauszufinden, was wann wo geschehen ist», machte Reimann-Treier Lust aufs Blättern in der Broschüre. «Insgesamt sechs Seiten widmen sich diesem Blick zurück.» Kultur-Gemeinderat Hansjörg Treier lobte, dass in den 50 Jahren jede Rückblende einzigartig gewesen sei. Treier bezeichnete die Rückblende als «Langzeitgedächtnis» der beiden Gemeinden: Die verschiedenen Ausgaben verdeutlichten, wie sich die beiden Dörfer verändert haben und gewachsen sind. «Ein solches Werk entsteht nicht einfach so. Es braucht die Menschen, die sich einbringen, Texte schreiben und Fotos zur Verfügung stellen. Das ist es, was die Rückblende so lebendig macht.»

Kulturkommission ist motiviert

Neben den Einwohnern und der Kulturkommission leistet zur Jubiläumsausgabe auch Historiker Linus Hüsser aus Ueken einen Gastbeitrag. Er war erst im Februar mit dem Fricktalpreis der Stiftung Pro Fricktal als hervorragender Kenner des Fricktals gewürdigt worden. Unter dem Titel «Blick zurück – 50 Jahre Dorfchronik» nahm er sich die Rückblende vor. «50 Jahre später ist auch für unsere KuKo-Team das Zeitgeschehen nicht weniger relevant», bekräftigte Reimann-Treier. Die Kulturkommission werde deshalb auch künftig das Dorfgeschehen in der Rückblende festhalten.

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