Mehr Präsenz, mehr Festnahmen, mehr Bussen – die Regionalpolizei Unteres Fricktal (Repol) präsentiert in ihrem Geschäftsbericht 2015 eindrückliche Zahlen. Die ausgewiesene Polizeipräsenz konnte mit 10 579 Stunden gegenüber dem Vorjahr um über 1000 Stunden oder gut 12 Prozent gesteigert werden. Rund 310 Stunden wurden im Rahmen von speziell angeordneten Zusatzpatrouillen für die Betreuung der «Hotspots» im Sommer – etwa Schulareale, Pärke, das Rheinufer oder Bahnhöfe – und zur Einbruchprävention im Herbst und Winter geleistet.

Damit erreiche die Polizeipräsenz ein Rekordhoch, sagte Repol-Chef Hansueli Loosli an einer Medienkonferenz im neuen Polizeigebäude in Rheinfelden. Von Walter Jucker, polizeiverantwortlicher Rheinfelder Stadtrat, erhielt die Repol dafür ein Kompliment: «Die Repol erfüllt damit den von politischer Seite her wichtigsten Auftrag.» Sie gäbe der Bevölkerung ein Gefühl von Sicherheit. Und: «Das Risiko, einen Uniformierten anzutreffen, bringt von krummen Gedanken ab», so Jucker.

34 Anhaltungen und Festnahmen

Eine direkte Folge der gesteigerten Präsenz sei die deutlich höhere Anzahl an Anhaltungen und anschliessenden Festnahmen durch die Kantonspolizei, erklärte Loosli. 34 Personen wurden im vergangenen Jahr von Beamten der Repol angehalten und teilweise der Kapo übergeben. Das sind 62 Prozent mehr als noch im Jahr davor (21 Anhaltungen und Festnahmen).

Ebenfalls leicht gestiegen ist die Anzahl Polizeiaufgebote. Riefen 2014 noch 1648 Personen die Polizei, waren es im vergangenen Jahr 1697. «Bei der Einbruchsprävention wird die Bevölkerung aufgefordert, verdächtige Beobachtungen zu melden – das schlägt sich in dieser Statistik nieder», so Loosli. Konstant geblieben ist hingegen die Anzahl Aufgebote wegen häuslicher Gewalt. 2015 waren es 49 Fälle.

Erstmals in der Statistik der Ordnungsbussen taucht das Littering auf. In fünf Fällen konnten Beamte die Missetäter in flagranti erwischen und sie zu einer Ordnungsbusse (50 Franken) verdonnern. Stadtrat Walter Jucker glaubt an eine Signalwirkung: «Wir hoffen, dass das Littering abnimmt, wenn sich herumspricht, dass Personen erwischt wurden und eine Busse zahlen mussten.»

Herumgesprochen hat sich mittlerweile, dass sowohl Stein als auch Rheinfelden ein neues Parkierungsreglement haben. Dessen Umsetzung zeichnet sich in der Statistik über Ordnungsbussen ab: 6375 Bussen wurden hier verteilt (2014: 5358). «Bei der Umsetzung war ein Kontroll-Druck notwendig», erklärte Loosli.

Eine Million Franken Bussgelder

Aus den Park- und Geschwindigkeitsbussen generierte die Repol 2015 Einnahmen in der Höhe von gut einer Million Franken. Die Bussen machen damit etwa die Hälfte des Polizeibudgets aus. «Das ist ein relevanter Betrag», sagte Stadtrat Jucker, betonte allerdings gleichzeitig, dass es «keinen ‹Sollbetrag› für Polizisten» gäbe. «Die Bussen sind eine Folge der Polizeiarbeit und nicht deren Zweck», so Jucker.

Für das aktuelle Jahr zeichnet sich denn auch eine Beruhigung ab: «Wir gehen nicht davon aus, dass wir in diesem Jahr diese Zahl an Parkbussen noch einmal erreichen», sagte Loosli. Gebüsst wird nun dafür wieder, wer die alte Rheinbrücke in Rheinfelden trotz Fahrverbot befährt. Die Überwachungsanlage ist nach einem längeren Ausfall wieder in Betrieb.