Sie war eine Fürstin aus dem Hause Habsburg, regierende Erzherzogin von Österreich, 1740 bis 1780 Königin unter anderem von Ungarn (mit Kroatien) und Böhmen, und sie zählte zu den prägenden Monarchen in der Zeit des aufgeklärten Absolutismus: (Kaiserin) Maria Theresia (1717–1780), Mutter von 16 Kindern.

Erzherzog, König und Kaiser

Ihr Sohn Joseph, Fürst aus dem Geschlecht Habsburg-Lothringen, Erzherzog im Erzherzogtum Österreich, wurde 1763 römisch-deutscher König und war von 1765 bis 1790 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, ab 1780 auch König von Böhmen, Kroatien und Ungarn.

Diese beiden, Mutter und Sohn, machten sich für eine nachhaltige Reformpolitik stark. Über deren Umsetzung am habsburgischen Hochrhein und ihre Auswirkungen referierte der Historiker Linus Hüsser aus Ueken. Seinen Ausführungen im Kornhauskeller in Frick folgten gegen 70 Interessierte, vor allem auch Mitglieder der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde (FVBH), die zu diesem dritten Wintervortrag in Frick eingeladen hatte.

In seiner Einführung schilderte der Referent die Machtverhältnisse in Europa nach 1700: «Das französische Königshaus war damals Erzfeind von Österreich, sodass das Fricktal – zu jener Zeit Teil von Vorderösterreich – in den letzten 300 Jahren am meisten mit Krieg in Berührung kam.» Obwohl nicht gekrönt, wurde Maria Theresia als Kaiserin tituliert, und sie musste dann unmittelbar nach Antritt ihrer Herrschaft den Österreichischen Erbfolgekrieg bestehen. In der Folge betrieb sie eine umfassende Reformpolitik in verschiedenen Bereichen. Dazu gehörten unter anderem die Staatsorganisation mit dem Justiz- und dem Bildungswesen.

Joseph, der erstgeborene Sohn von Maria Theresia, setzte nach dem Tod seiner Mutter die Reformpolitik
fort. Bloss waren seine Neuerungen viel einschneidender, als diejenigen während der Zeit der gemeinsamen Regentschaft mit seiner Mutter. «Sie ging stets mit viel Fingerspitzengefühl ans Werk, während Joseph II. die Leute immer wieder vor den Kopf stiess», erwähnte Linus Hüsser.

Übernahme der Feuerversicherung

Das Fricktal erlangte dank dem neuen österreichischen Schulgesetz von kaiserlichen Gnaden eine Vorbildfunktion. Es folgten die Kirchen- und Verwaltungsreform, Bestimmungen für die Nutzung des Waldes, und schliesslich wurde die anno 1765 im Fricktal eingeführte vorderösterreichische Feuerassekuranz-Societät Vorbild für die spätere Aargauische Gebäudeversicherungsanstalt. (chr)