Fusionsgespräche
Die Raiffeisenbanken Möhlin und Wegenstettertal wollen fusionieren

Region Möhlin und Wegenstettertal wollen nächstes Jahr fusionieren – auch im oberen Fricktal gibt es Gespräche. Die Raiffeisen Mettauertal könnte sich mit der Raiffeisenbank Regio Laufenburg zusammenschliessen.

Marc Fischer
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Die Fricktaler Raiffeisen-Genossenschafter (im Bild die Generalversammlung in Kaisten) werden in den kommenden Jahren über Fusionen abstimmen. dds

Die Fricktaler Raiffeisen-Genossenschafter (im Bild die Generalversammlung in Kaisten) werden in den kommenden Jahren über Fusionen abstimmen. dds

Dieter Deiss

In einem Jahr sollen die Genossenschafter der Raiffeisenbanken Möhlin und Wegenstettertal den Zusammenschluss beschliessen. Dies ist zumindest die Absicht der beiden Verwaltungsräte. Thomas Tschanz, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Möhlin, hat «seine» Genossenschafter an der Generalversammlung bereits orientiert, sein Amtskollege Hansruedi Neuenschwander wird es ihm am kommenden Samstag gleichtun. «Das Bedürfnis für einen Zusammenschluss besteht», betont Neuenschwander, «eine Bank braucht heute eine gewisse Grösse, um die Anforderungen und Vorschriften zu erfüllen.»

Keine Filialschliessungen geplant

Die Trennung von Back- und Frontoffice sei eine dieser Vorgaben, erläutert Neuenschwander. Zudem lauten die Leitlinien, dass eine Bank mindestens 20 Vollzeitstellen und eine Finanzbuchhaltungssumme von rund 600 Millionen Franken aufweisen sollte. Die Raiffeisenbank Wegenstettertal allein kann diese Punkte nicht erfüllen. «Es ist wie in der Landwirtschaft: Man muss eine gewisse Grösse haben und mit der Zeit gehen», zieht Neuenschwander einen Vergleich. «Ich glaube deshalb auch, dass bei unseren Genossenschaftern diese Einsicht herrscht.» Zudem sei Möhlin ein guter Partner und im Möhlintal gebe es ja bereits viele Verflechtungen.

Thomas Tschanz sieht zudem nicht nur aufseiten der Bank, wo nach dem Zusammenschluss eine bessere Marktbearbeitung möglich sei, Vorteile. «Auch die Kunden können künftig noch besser betreut werden», so Tschanz.

Mit Schliessungen von Filialen oder dem Abbau von Personal soll die Fusion nicht einhergehen, betonen beide Verwaltungsratspräsidenten. «Es ist kein Zusammenschluss aus Spargründen», sagt Hansruedi Neuenschwander und Thomas Tschanz sieht bei der Mitarbeiterzahl sogar «eher Bedarf für eine Aufstockung». Die beiden Banken haben nun Arbeitsgruppen gebildet, um die Details für einen Zusammenschluss zu erarbeiten. Bereits im kommenden Herbst wollen sie die Genossenschafter dann über die Ergebnisse orientieren.

Nicht so schnell wird es im oberen Fricktal gehen. Doch auch hier gibt es Gespräche über die Zukunft. «Wir stehen laufend in Kontakt mit Frick und Mettauertal», sagt Urs Siebenhaar, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Regio Laufenburg. Eine Intensivierung des Kontakts sei nach dem Abschluss des Jubiläumsjahrs 2017 vorgesehen. Auch Marc D’Aujourd’hui, stellvertretender Bankleiter der Raiffeisenbank Mettauertal, bestätigt den regelmässigen Kontakt.

Kleiner oder grosser Schritt?

Klar ist, weder Regio Laufenburg noch Mettauertal haben derzeit die nötige Grösse, um die Richtlinien der Bankenaufsicht Finma zu erfüllen. Doch gemeinsam wären die beiden Banken mit einer Finanzbuchhaltungssumme von rund 645 Millionen und knapp 20 Vollzeitstellen gross genug.

«Schon beim Zusammenschluss von Sulz und Kaisten im Jahr 2004 gab es auch Gespräche mit Mettauertal», so Siebenhaar, «damals kam die Dreierfusion nicht zustande. Doch wir hatten immer im Auge, dass die Raiffeisenbank Mettauertal dereinst dazustossen könnte.» Auch die Namenswahl «Regio Laufenburg» sei nicht zuletzt vor diesem Hintergrund erfolgt.

«Bei der Intensivierung des Kontakts ab 2018 werden wir bestrebt sein, für die Region und die Mitglieder eine möglichst optimale Lösung zu finden», so Siebenhaar. Infrage kommen dabei wohl zwei Varianten: Entweder ein sukzessives Wachstum und den Zusammenschluss von Mettauertal und Regio Laufenburg, oder ein grösserer Schritt mit einer Dreierfusion mit der Raiffeisenbank Region Frick.