Laufenburg
Die Projektarbeit läuft gut, doch die Jugendtreffs werden kaum genutzt

Die reformierte Kirchgemeinde Laufenburg und Umgebung blickt auf 13 Jahre Jugendarbeit zurück und hofft, dass der Jugendtreff auf deutscher Seite trotz geringer Nutzerzahlen erhalten bleibt.

Hans Christof Wagner
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Sind froh über das Angebot der grenzüberschreitenden Jugendarbeit: Vanessa Lavorato, Alex Anison, Alice Tasie, Larissa Wolf, Balder Wentzel, Norma di Chiara und Alessandro Mannino (v.l.).

Sind froh über das Angebot der grenzüberschreitenden Jugendarbeit: Vanessa Lavorato, Alex Anison, Alice Tasie, Larissa Wolf, Balder Wentzel, Norma di Chiara und Alessandro Mannino (v.l.).

Hans Christof Wagner

Jeden 13. des Monats lädt die Gemeinde in den Pfarrsaal, um über ein Thema zu diskutieren, das mit der Zahl 13 zu tun hat. Und das hat die grenzüberschreitende Jugendarbeit auch. Sie wurde vor 13 Jahren, im Herbst 2001, aus der Taufe gehoben. Die Kirchengemeinde ist Keimzelle dieser, wie Leiter Balder Wentzel am Montagabend sagte, «bis heute einmaligen Konstruktion». Sie ist eine von sechs politischen und kirchlichen Trägern der Einrichtung beiderseits des Rheins.

Ihr Pfarrsaal in der Hermann Suter-Strasse ist einer der beiden Treffpunkte für die 12- bis 20-jährigen Jugendlichen beider Städte. Der zweite steht im deutschen Laufenburg und ist ein ausrangierter SBB-Gepäckwagen. Der soll nach dem Willen des dortigen Gemeinderates abgebaut und verschrottet werden, weil er eine Schulerweiterung blockiert und kaum noch benutzt werde. Wentzel räumte am Montag die momentan geringe Frequentierung ein, dort und auch im schweizerischen Treffpunkt. «Daran müssen wir arbeiten, das ist eine der Herausforderungen der Zukunft», sagte er. Dafür läuft seinen Ausführungen zufolge die Projektarbeit gut.

Boxen, Tanzen, Fussball

Wentzel nannte die Fairplay-Fussballturniere, das Boxtraining und die Tanzgruppe «Powergirls», die bei der Hela vergangenes Wochenende aufgetreten war. Der Sozialarbeiter erinnerte an die drei Aufführungen des Rap-Musicals «Respekt», berichtete von Hilfslieferungen an rumänische Familien, hob Besuche im Kosovo hervor, wo Fussballspiele zur Begegnung ehemals verfeindeter Gruppen geführt hätten. Kosovarische Jugendliche zu integrieren, gehört zu Wentzels Hauptanliegen. 80 Prozent seiner Schützlinge sind nicht in der Schweiz oder in Deutschland geboren oder haben Eltern mit ausländischen Wurzeln. Einige Ehemalige waren am Montagabend in die reformierte Kirchgemeinde gekommen, um Wentzel beizustehen und um an den gemeinsamen Umbau des SBB-Waggons zu erinnern.

«Der Waggon bedeutet uns sehr viel, die Verschrottung wäre für uns ein Riesenverlust an Erinnerungen», sagte Norma di Chiara. Rettung gibt es für den Waggon nur noch, wenn ihn die neue Schulsozialarbeiterin in Laufenburg/Baden ebenfalls nutzen will. Wentzel sagte, er suche das Gespräch mit ihr. Gespräche wird er wohl bald auch mit seinem Arbeitgeber führen müssen. Es steht eine Reduzierung seiner Stellenprozente von aktuell 70 auf 50 im Raum. «Mit 50 Prozent ist meine Arbeit nicht machbar, das ist definitiv zu wenig», warnte er.