Viele Kilometer mussten die Streufahrzeuge der Gemeinde Möhlin bisher nicht abspulen. «Der Winter lässt auf sich warten», sagt Werkhof-Leiter Peter Stocker. Gerade einmal zehn Tonnen Salz streuten die Werkhofmitarbeiter auf die Wege und Strassen der Gemeinde bis dato in diesem Winter. Zum Vergleich: Der Möhliner Rekord innert der letzten zehn Jahre lag bei 480 Tonnen Salz in einem Winter.

Ähnlich wie in Möhlin tönt es in Laufenburg. «Wir mussten bisher nur drei Mal ausrücken», so Bauamt-Leiter Salvatore Giglio. Und der Fricker Werkmeister Georg Schmid sagt: «Wir liegen mit 11,5 Tonnen eher im tiefen Bereich.»

Dementsprechend fällt auch die Zwischenbilanz der Schweizer Salinen AG aus. «Der Winter ist zwar kalt, aber die grossen Niederschläge sind bisher ausgeblieben. Bisher ist es durchschnittlich verlaufen», resümiert Carlo Habich, Mitglied der Geschäftsleitung. Mit den zwei Salzdomen in Rheinfelden und den vier Lagerhallen in Riburg und Schweizerhalle beträgt die maximale Lagerkapazität 255 000 Tonnen. Derzeit lagern rund 170'000 Tonnen Auftausalz in den Salinen. Ende Dezember waren es noch 200'000 Tonnen.

Dennoch produziert die Schweizer Salinen AG derzeit rund um die Uhr Salz. «Wir sind mit einer Produktion von täglich 2100 Tonnen nahe an unserer maximalen Produktionsmenge von 2300 Tonnen», sagt Habich. Obwohl die Produktion derzeit auf Hochtouren läuft, nimmt der Salz-Füllstand täglich um knapp 1000 Tonnen – dies entspricht rund 40 Lastwagen mit einer Lademenge à 25 Tonnen – ab. «Wir liefern täglich zwischen 2700 und 3300 Tonnen schweizweit aus», sagt Habich. Derzeit sind noch Bestellungen von 7800 Tonnen offen.

Antizyklisch ordern ist günstiger

30 bis 40 Prozent des Auftausalzes eines Jahres liefert die Schweizer Salinen AG zwischen April und Oktober aus. «In diesem Zeitraum liegt der Preis pro Tonne um 40 Franken für Lose-Salz und 50 Franken für Sack-Salz tiefer», erklärt dies Habich. Von den vergünstigten Sommertarifen macht auch Roland Jegge, Strassenmeister beim Kanton, Gebrauch, wenn er die zwei Salztürme beim Werkhof Münchwilen mit einem Fassungsvermögen von rund 1000 Tonnen auffüllen muss. «Dies kann zu einer Ersparnis von bis zu 40'000 Franken führen», sagt er.

Die grössten Abnehmer der Schweizer Salinen AG sind die Kantone Waadt, Wallis, Graubünden, Bern, Zürich und St. Gallen. «Jährlich liefern wird in diese Kantone zwischen 120 000 und 200 000 Tonnen Auftausalz», so Habich. An den Aargau sind von November des letzten Jahres bis dato 1583 Tonnen geliefert worden. Die Preise für das Salz unterstehen dem Solidaritätsprinzip. «Egal, ob wir eine Gemeinde im Baselland oder im Tessin beliefern, der Preis ist, unabhängig von der Transportstrecke, für alle der gleiche.»