Die Pläne für eine Lösung waren schon weit gediehen, seit die Post der Gemeinde angekündigt hatte, die Poststelle schliessen zu wollen. Gemeindepräsident Peter Weber führte aus, dass besonders im Jahr 2017 die Suche nach einem Nachfolger für die gemeindeeigene Liegenschaft erfolgte, da der Gemeinderat die Postagentur im Ort behalten wollte.

Da es im Mettauertal auch keinen Café-Betrieb mehr gebe, schien die Verbindung der beiden Geschäftszweige in den zentral gelegenen Räumen zielführend. Im August 2017 hatte Patrick Bacher, der in Laufenburg das «Kafi Mokka» betreibt, Interesse als Betreiber bekundet. Im Februar waren noch eine zustimmende Stockwerkeigentümerversammlung durchgeführt und der Mietvertrag entworfen worden. Doch kurz vor Vertragsabschluss zog sich Bacher zurück.

Der Rückzug habe wirtschaftliche Gründe. Zwischenzeitlich hatte Bacher sich als alternativen Standort für den Café-Betrieb mit Postagentur den ehemaligen Kindergarten angeschaut. Auch die Drohung aus der Bevölkerung, das Geschäft von Bacher zu boykottieren, habe zum Rückzug geführt, erklärte Weber.

«Da hiess es bei uns Ende April: zurück auf Feld 1», so der Gemeindepräsident. Weber war umso erfreuter, an der Info-Veranstaltung den rund 50 Anwesenden mit dem Geschäft Blueme Kari eine neue Lösung für die Postagentur präsentieren zu können. «Blueme Kari» böte in guter Lage an der Hauptstrasse lange Öffnungszeiten und gut gelegene Parkplätze. Weber rechnete mit dem Start der Postagentur im August oder September.

Wer hat den Mut für ein Café?

«Wir haben immer noch die zwei Gebäude. Was machen wir damit?», wandte sich Weber an die Versammlung. Am Kindergarten werde kurzfristig nichts gemacht, aber für die Poststelle mochte sich Weber noch nicht von der Café-Idee lösen und führte aus, dass, «wenn einer den Mut hätte, es zu probieren», die Gemeinde die Räumlichkeiten auch sanft renovieren könnte.

Für die Sanierung und Umbau der Poststelle für den Café-Betrieb Bachers wären Kosten in Höhe von 300 000 bis 400 000 Franken angefallen. Der Gemeinderat sei aber auch für andere Ideen offen, erklärte Weber und bat um Anregungen aus der Bevölkerung.

Ein Anwesender kritisierte, dass er von Anfang an gegen die Café-Idee gewesen sei, da der Betreiber nicht an den Kosten für den Umbau beteiligt gewesen wäre. Weber hielt dagegen, dass man bei einer Kostenbeteiligung nie einen Betreiber gefunden hätte und der Betreiber eigene Investitionen etwa für die Einrichtung hätte machen müssen. Der Votant schlug vor, dass die Liegenschaft an örtliches Gewerbe vermietet oder verkauft werden sollte.

Auch andere stimmten ein und schlugen den Verkauf der nicht sanierten Liegenschaft vor. Weber erklärte, dass das derzeit eine Möglichkeit sei. Dass im «Blueme Kari» die Postagentur eingerichtet wird, stiess auf der Versammlung auf eine positive Resonanz.