Fricktal
Die Polizei rüstet gegen den Terror auf

Die Polizei Unteres Fricktal schafft sich Sturmgewehre für 20'000 Franken an.

Dennis Kalt
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Stadtrat Walter Jucker (l.) und Hansueli Loosli, Leiter der Polizei Unteres Fricktal, werden in diesem Jahr ein Augenmerk auf die Terrorabwehr legen..

Stadtrat Walter Jucker (l.) und Hansueli Loosli, Leiter der Polizei Unteres Fricktal, werden in diesem Jahr ein Augenmerk auf die Terrorabwehr legen..

Die Polizei Unteres Fricktal hat im Jahr 2016 aufgerüstet: Neben Polizeifahrzeugen und neuen Funkgeräten wurden mehrere Sturmgewehre im Wert von rund 20'000 Franken angeschafft.

«Wenn es zu einem Amoklauf kommt, wollen wir vorbereitet sein. In einem Ernstfall bleibt uns keine Zeit, um auf eine Sondereinheit der Kantonspolizei zu warten», sagt Walter Jucker, Stadtrat in Rheinfelden. In Sachen Terrorabwehr absolvieren die Einsatzkräfte der Polizei ein mentales Training und eine Ausbildung am Sturmgewehr, die Mitte des Jahres abgeschlossen sein wird.

Der Vorteil der neuen Sturmgewehre ist, dass diese eine höhere Durchschlagskraft und Reichweite im Vergleich zu den bisherigen Maschinenpistolen haben. «Allfällige Amokläufer sollen wissen, dass wir aufgerüstet haben», sagt Jucker. Weiter sieht die Polizei Unteres Fricktal vor, grössere Veranstaltungen gegen Terrorangriffe zu schützen, vergleichbar mit Silvester, als der Zugang zur Rheinbrücke in Rheinfelden mit einem Feuerwehrauto zugestellt wurde.

Im Rückblick auf 2016 stellt Hansueli Loosli, Leiter der Polizei Unteres Fricktal, fest, dass die Anzahl der Aufträge von 1103 im Jahr 2015 auf 1276 zugenommen hat. «Dies ist jedoch primär auf eine grösser Anzahl von Berichten und Einvernahmen zurückzuführen», erklärt Loosli.

Anstieg von häuslicher Gewalt

Auffällig ist der Anstieg der Fälle, bei denen die Polizei Unteres Fricktal wegen häuslicher Gewalt ausrücken musste: Im Vergleich zu 2015 gab es hier eine Zunahme von 49 auf 63 Fälle. «Die Hemmschwelle, bei der Polizei wegen diesem Delikt anzurufen, ist gesunken», sagt Jucker.

Die uniformierte Präsenz während der Arbeitszeit sank im Vergleich zu 2015 von 45 auf 40 Prozent. Jucker begründet dies mit Absenzen. Um die normalen Patrouillen zu entlasten, engagierte die Stadt einen Sicherheitsdienst, der an den Wochenenden an neuralgischen Punkten wie dem Stadtpark, den Schulanlagen und in der Altstadt darauf achtete, dass die Gesetze eingehalten wurden.

Die Bussenerträge – die Haupteinnahmequelle der Polizei Unteres Fricktal – konnten von rund 1,06 Millionen Franken auf 1,09 Millionen Franken gesteigert werden. «Wir hatten einen Rückgang in den Einnahmen durch Geschwindigkeitsbussen. Diesen Rückgang konnten wir jedoch durch die Ordnungsbussen kompensieren», sagt Loosli. Insgesamt wurden 7519 Ordnungsbussen ausgestellt. Davon entfielen die meisten Bussen auf das Nichtanbringen einer Parkscheibe – 1846 Mal.

Unter den 13 Einsatzkräften der Polizei unteres Fricktal befinden sich derzeit fünf Frauen. «Der relativ hohe Frauenanteil stellt für die Dienstplanung eine grosse Herausforderung dar», sagt Jucker. Dies deshalb, weil vermieden werden soll, dass zwei Frauen in einem Team zusammen auf Patrouille gehen. «Manchmal geht es bei den Einsätzen doch etwas gröber zu. Zudem haben einige Männer noch ein recht antiquiertes Frauenbild», sagt Jucker.

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