Magden
Die Pläne für Begegnungszentrum in Magden sind geplatzt

Der Traum ist aus: Der Gemeinderat von Magden verzichtet aus Kostengründen auf einen Anbau an das altehrwürdige Leopold Karls Haus.

Stefan Gyr
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Das Leopold Karls Haus im Dorfzentrum wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Es befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Archiv

Das Leopold Karls Haus im Dorfzentrum wurde im 19. Jahrhundert erbaut. Es befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Archiv

Aus der Traum von einem neuen Begegnungszentrum in Magden. Der Gemeinderat lässt nach Informationen der az die Pläne für einen Anbau an das altehrwürdige Leopold Karls Haus fallen.

Die Kosten hätten den bewilligten Kreditrahmen gesprengt. Am Montagabend hat der Gemeinderat die Präsidenten der Ortsparteien über die neueste Wendung in der Geschichte des sogenannten Taunerhauses ins Bild gesetzt. Am 13. Juni will er die Gemeindeversammlung informieren.

888 000 Franken hat die Gemeindeversammlung 2009 für die Sanierung und Erweiterung des Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert bewilligt.

Davon waren gemäss der Vorlage des Gemeinderats 441 000 Franken für die Sanierung des Hauses, 103 000 Franken für die Instandstellung der Scheune und 496 000 Franken für einen Anbau im hinteren Teil vorgesehen. In diesem Neubau sollten ein Saal für 50 bis 60 Personen und eine Küche eingerichtet werden.

Dem Gemeinderat schwebte ein kleines Begegnungszentrum vor, das nicht nur der Geselligkeit dient, sondern auch der Kultur.

An der Magdener Zukunftskonferenz im Jahr 2008 waren Forderungen nach einer Aufwertung des Dorfzentrums und nach mehr Räumen für Vereine und öffentlichen Treffpunkten laut geworden.

«Wir sind auf die Welt gekommen»

Einsprachen von Nachbarn machten dem Gemeinderat aber einen Strich durch die Rechnung. Er sah sich gezwungen, die Pläne für den Anbau zu ändern.

«Wir hätten den Saal in die bestehende Scheune verschieben und auf 35 Plätze verkleinern müssen», erklärt Frau Gemeindeammann Brunette Lüscher.

Die Kosten für den Anbau hätten sich dadurch auf 800 000 bis 900 000 Franken verteuert. «Wir sind auf die Welt gekommen», sagt Lüscher.

Nach «ausgiebigen Diskussionen» habe der Gemeinderat beschlossen, auf den Neubau zu verzichten.

«800 000 bis 900 000 Franken sind zu viel Geld für einen Saal für 35 Personen», so Lüscher. «Wir hätten ein schlechtes Gewissen gehabt, wenn wir dafür der Gemeindeversammlung einen Nachtragskredit beantragt hätten.»

Die Kosten für die Sanierung des alten Gebäudes werden sich dagegen im erwarteten Rahmen bewegen, wie Brunette Lüscher weiter erklärt.

Es handelt sich um ein typisches Fricktaler Taunerhaus, das weitgehend im Originalzustand erhalten ist. Als Tauner wurden vor Jahrhunderten jene Kleinbauern bezeichnet, die zwar eigene Felder und Kleinvieh besassen, was aber meistens nicht für den Lebensunterhalt der Familien reichte. Sie mussten deshalb als Taglöhner noch bei Grossbauern arbeiten.

Das Gebäude soll zurückhaltend saniert werden. Der Besucher soll es im ursprünglichen Zustand erleben können. «Wir werden aber nur das Nötigste machen», sagt Lüscher.

Der Gemeinderat möchte in dem Gebäude nach wie vor ein Heimatmuseum einrichten. Alte Gegenstände aus früheren Zeiten im Dorf sollen hier neben weiteren Ausstellungen gezeigt werden.

Für das Museum kann ein Legat von 220 000 Franken aus dem Nachlass von Albertina Stäubli eingesetzt werden. Der in der Bevölkerung beliebte romantische Garten wird nicht angetastet und bleibt ein Begegnungsort.