Wittnau
Die neue Mehrzweckhalle in Wittnau dürfte rund 6 Millionen kosten

Die Wittnauer Turnhalle ist 48 Jahre alt und soll durch einen Neubau ersetzt werden. Auf rund 6 Millionen Franken dürfte eine Mehrzweckhalle zu stehen kommen, wie an der öffentlichen Präsentation bekannt gegeben wurde.

Walter Christen
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Sie genügt den heutigen Anforderungen nicht mehr, die an diverse Sportarten gestellt werden, die Turnhalle in Wittnau. Ein Neubau sollte verschiedenen Zwecken dienen: Theater, Konzerten, Versammlungen, Banketten, Ausstellungen (mit oder ohne Bewirtung) und so weiter. Welches ist eine sinnvolle Lösung für die Planung und Realisierung einer Mehrzweckhalle? Antwort auf diese Frage erhoffte sich die Gemeinde mit der Ausschreibung eines Studienauftrags mit Präqualifikation.

Die fünf in der zweiten Runde verbliebenen Arbeiten sind bewertet und das Siegerprojekt ist erkoren worden: Gautschi Lenzin Schenker Architekten AG, Aarau (Jungteam), hat eine Lösung vorgelegt, welche die Jury zu überzeugen vermochte. Daniel Zehnder, diplomierter Architekt ETH/SIA aus Niederrohrdorf (Präsident des Preisgerichts), und Christian Stahel, diplomierter Architekt SIA/SWB aus Brugg, stellten der Bevölkerung die Arbeiten in der Turnhalle anhand von Plänen und Modellen im Detail vor. Zugleich konnten sowohl vonseiten der Jury als auch des Gemeinderats Fragen beantwortet werden. Unter anderem erkundigte sich jemand nach den Kosten, die sich für den Neubau einer Mehrzweckhalle auf rund 6 Millionen Franken beziffern dürften.

Bericht der Jury

Der Jurybericht hält fest: „Die ökonomischen Ansätze des Projektentwurfes sind: Einerseits die bestehende Grosszügigkeit des Freiraumes möglichst intakt zu lassen und andererseits das wirtschaftlich vertretbare der alten Anlage in die neue Mehrzweckhalle zu integrieren." Die neue Struktur orientiert sich an der Geometrie der bestehenden Substanz. Rückgebaut
wird bis auf die Holzschnitzelheizung mit seinen Installationen und dem Aussengeräteraum die ganze Anlage. Als wirtschaftlich erachtet wird die Auffüllung des bestehenden Kellervolumens mit reziklierter bestehender geeigneter Bausubstanz, als Grundlage für die neuen Fundationen.

Die neue Anlage wird direkt an den östlichen Treppenaufgang zum Pausenplatz angegliedert, so dass das gesamte Raumvolumen bis angrenzend an die Schulstrasse vernünftig realisiert werden kann. Die Raumanordnungen der Nebenräume hangseitig im Norden ermöglichen die Mehrzweckhalle im Süden am Hangfuss im Übergang zu den Sportanlagen abzuschliessen, ohne diese schmälern zu müssen. Die Pausenflächen im Norden auf dem Schulhausniveau bleiben flächengleich nutzbar. Eine offene gedeckte Pausenhalle verbindet prioritär für die Schulnutzungen auf dem Niveau Pausenplatz die Schulanlage mit dem nahe platzierten Haupteingang der neuen Mehrzweckhalle.

Drei volumetrisch klar gefasste Nutzeinheiten, Garderoben und Mehrzweckraum mit Sanität und Lehrergarderoben umschliessen ein angemessen grosses Foyer. Sichtbezüge in die Halle bis zum Bühnenraum bereichern atmosphärisch diese wichtige Gebäudenahtstelle und erleichtern die Orientierung innerhalb des Hauses. Ein kleines Buffet ermöglicht den Gastrobetrieb während den Veranstaltungen. Der Mehrzweckraum als multifunktionaler Raum liegt nahe beim Schulhaus. Für Abendnutzungen machbar wäre ein direkter Zugang vom Windfang. Ein geradläufiger Treppenabgang führt auf das Hallenniveau zum Turnhalleneingang. Die Treppenbreite dürfte etwas grösser sein.

Der Bühnenraum ist klassisch an der Kopfseite der Turnhalle zur Schulstrasse hin angeordnet. Ein separater Aussenzugang ermöglicht eine direkte Anlieferung der Bühne. Am anderen Kopfende, günstig für die Bedienung bei Festanlässen, sind die Mehrzweckküche mit den Nebenräumen platziert. Die Anlieferung ist gut geschützt durch das Vordach das gleichzeitig als Unterstand dem Pausenaufenthalt dient.

Die restlich verlangten Nebenräume und der Geräteraum für Innengeräte fügen sich in den Restflächen unterirdisch gegen die Schulstrasse hin ein. Vermisst wird von der Jury eine Verbindung von der Haupttreppe zum Bühnenbereich. Der bestehende äussere Zugang und Durchgang zum Aussengeräteraum und zur Holzschnitzelheizzentrale bleibt bestehen.

Neues Raumkonzept
Generell ist das neue Raumkonzept auf einfache Art sinnvoll mit den verbleibenden bestehenden Räumen verknüpft. Die Raumbeziehungen funktionieren durch die geschickten Raumzuordnungen mit wenig Erschliessungsaufwand effizient. Diese Qualitäten wirken sich positiv in den Anlagekosten aus, im Gesamtvergleich ist es das kostengünstigste Projekt.

Das Tragwerk längsseitig ist in Ortbeton vorgesehen während dem dasjenige der Turnhalle und der Südfassade in Holzbauweise konstruiert wird. Hohe Brettschichtholzträger überspannen das Hallendach und ermöglichen eine zwischenliegende Oblichtverglasung im Norden. Zusammen mit den südseitig angeordneten Fenstern ist für eine optimale natürliche Belichtung der Turnhalle gesorgt. Ein wirkungsvoller Sonnenschutz ist für die Südfenster in der Aussenwandkonstruktion integriert.

Die vorgeschlagene Fassadenkonstruktion in hinterlüfteten vertikal angeordneten Holzschalungen vereinheitlicht die verschiedenen Gebäudeteile. Noch unklar bleiben die Übergänge Holzverkleidungen zum Terrain, die tektonischen gestalterischen Überlegungen zu Sockel, Holzschichtungen und Dachaufbauten der Turnhalle. Deshalb die Anträge zur Weiterbearbeitung: Es ist nach Meinung der Jury zu prüfen, ob das Hauptdach als leicht geneigtes Dach ausgebildet werden kann. Für die Fassaden sind alternative Materialisierungen in Betracht zu ziehen. Die Treppenanlage zum Untergeschoss soll etwas grosszügiger gestaltet und von der Treppe soll ein Durchgang zum Bühnenraum realisiert werden.