Natur

Die Nase ist bedroht – doch im unteren Fricktal fühlt sie sich wohl

Die Nase trägt ihren Namen aufgrund ihrer wulstigen Oberlippe.

Die Nase trägt ihren Namen aufgrund ihrer wulstigen Oberlippe.

Der Fisch steht seit Jahren auf der Roten Liste der bedrohten Tiere. In der Region taucht sie aber seit einigen Jahren wieder auf.

War die Nase noch vor wenigen Jahrzehnten eine der dominierenden Arten in den Flüssen der Region, steht sie mittlerweile auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Im November wurde der Fisch, dessen Name von seiner wulstigen Oberlippe herrührt, zum Fisch des Jahres gewählt. Dies, um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen.

Doch im unteren Fricktal scheint sich die Nase seit einiger Zeit wieder wohlzufühlen, wie Rolf Bürgi, Präsident des Fischervereins im Bezirk Rheinfelden berichtet. «Wir stellen fest, dass insbesondere die Population der Jungnasen sich gut entwickelt hat.» Schwärme von Jungnasen seien im Sommer gut zu beobachten, wenn sie den Grund mit ihren Mäulern auf Algen absuchten.

Kleinere Schwärme von Muttertieren könne man etwa wieder von der alten Zollbrücke aus beobachten. «Dies weist darauf hin, dass sich die Bestände nicht vermindern, sondern eher erholen», sagt Bürgi.
Dies bestätigen auch die Zählungen, die an den Hochrheinkraftwerken durchgeführt wurden. Waren es im Jahr 2005/ 2006 gerade einmal 156 Nasen, die am gesamten Hochrhein aufgefunden wurden, zählte man im Jahr 2016/17 alleine in Rheinfelden 325 Nasen.

Mehrere Massnahmen für neue Laichplätze

Die Gründe für diese Entwicklung macht Bürgi an den Kiesaufschüttungen von 2003 bis 2013 im Zusammenhang mit dem Neubau des Wasserkraftwerks fest. «Zusätzlich wurden verschiedene Anrisse in der Uferböschung geschaffen, die das Anschwemmen von frischen Kies begünstigen.»

Daneben wurden im Mumpfer Rheinabschnitt sieben grosse Störsteine auf einer Länge von 150 Metern verteilt. «Die Steine bewirken wechselnde Strömungen. So lagert sich hinter den Steinen Kiesel ab, wodurch Laichmöglichkeiten entstehen.»

Hingegen hat Andreas Kurzbein, Vizepräsident vom Fischerverein Kaisten, schon seit langem keine Jungnasen mehr im Kaistenbach schwimmen sehen. Die Mündung des Kaistenbachs in den Rhein eigene sich eigentlich mit seinem kiesigen Untergrund für den Kieslaicher besonders gut.

Weil jedoch das Kavernenkraftwerk der Schluchseewerk AG Wasser für die Stromproduktion auf den Eggberg pumpe, sinke der Pegel um bis zu 50 Zentimeter ab, sagt Kurzbein. «So liegt der Laich der Nase in der Mündung des Kaistenbachs im Trockenen.»

Aufgrund dessen habe man in den letzten Jahren den Bachlauf vertieft und mit Kies versehen. «Wir haben einiges investiert – ohne Erfolg», sagt Kurzbein. Dazu habe auch die trockene Witterung der vergangenen Jahre beigetragen.

Die Nase dürfe übrigens nicht gefischt werden, da sie unter Schutz stehe, so Bürgi. Davon abgesehen ist sie aufgrund ihrer vielen Gräten bei Sportanglern nicht sonderlich beliebt.

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Autor

Dennis Kalt

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