Anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums der römisch-katholischen Kirche St. Peter und Paul in Frick konzertierten erstmalig gemeinsam im bis auf den letzten Platz besetzten Gotteshaus die Musikgesellschaft Frick und der Männerchor Frick. Unter der Leitung von Jochen Weiss und Dario Viri begeisterten sie mit einem Programm der Extraklasse, stimmten klanggewaltig und feierlich ein auf die Advents- und Weihnachtszeit.

A-capella eröffneten die 31 Herren des Chors sacral erhaben den Abend mit dem bekannten Lied «Maria durch den Dornwald ging», emotional und klangschön danach das «Tebe Poem – o Herr gebe Frieden» vom russischukrainischen Komponisten Dimitri Bortnian, der im 19. Jahrhundert grossen Einfluss auf die Entwicklung der Kirchenmusik im deutschsprachigen Raum hatte. Ganz auf das Fest eingestimmt, entführten die Sänger ihr Publikum in eine zauberhafte Winterlandschaft, interpretierten wunderschön die Weihnachtsglocken und den leise rieselnden Schnee.

Auferstehung der Sonne

Prachtvoll glamourös die Bläserfanfare, die das Musikstück «Raise of the Son» (Rossano Galante) einleitet, wunderbar eindrücklich das Tongemälde vom Orchester zwischen voller Klangentfaltung und leisen, träumerischen Passagen, Pauken- und Trommelwirbeln und einem grandiosen Finale. Mit «Raise of the Son – Auferstehung des Sohnes» verbindet der Komponist auch die Auferstehung der Sonne, den ab Weihnachten wieder länger werdenden Tagen. Feierlich innig die «Tröstungen – Consolation» in der Bearbeitung von Jan de Haan, in dem sich barocke Elemente mit der Moderne verbinden.

Sehr gefühlvoll die Geschichte der beiden Hauptdarsteller aus dem französisch-schweizerischen Film «Les Choristes», dem berühmten Dirigenten Morhange und dem Pädagogen Mathieu. Erzählt wird vom schweren Leben einiger Kinder in der Nachkriegszeit in einem Erziehungsheim. Mathieu versucht dort durch sein Wirken, den Kindern eine Perspektive zu geben. «Caresse sur l’Ocean» ist der Auftaktsong daraus, den die Musikanten zärtlich melodisch darboten.

Mit lustvoll-fröhlichem Peitschenknallen und Schellengeläut ging es danach auf eine unbeschwerte Schlittenfahrt hinein in eine weisse Winterlandschaft.

Den Schlussteil des Adventkonzerts gestalteten beide Formationen gemeinsam. Vom griechischen Komponisten und Pionier der elektronischen Musik, Vangelis, sind die Noten zum Historienfilm «The Conquest of Paradis», der anlässlich des 500. Jahrestages der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus gedreht wurde und und von den Auswirkungen auf die Ureinwohner erzählt. Dramatisch erhaben die bekannte Melodie dazu in sich immer wieder wiederholenden Momenten. «Flieg, Gedanke auf goldenen Schwingen» singen die Hebräer im dritten Akt der Oper «Nabucco» (Giuseppe Verdi). Elend gefangen in Babylon geben sie in voller Wucht ihrer riesigen Sehnsucht nach der Heimat Ausdruck, majestätisch imposant interpretiert von Chor und Orchester.

Festlich feierlich klang das Programm aus mit «Halleluja» (Leonard Cohen), allerdings nicht ohne Zugabe. Sehr informativ moderierte Cédric Birrer durch den Abend.