Pünktlich zur Präsentation der Dorfchronik «Mumpfer Fähri 2013» – traditionellerweise wird sie seit 14 Jahren am 1. Mai am Fähri-Häuschen vorgestellt – legte der Dauerregen eine kurze Verschnaufpause ein. Sogar die Sonne zeigte sich kurz. So konnten die Gäste der Vernissage und des Grillfestes den Abend und das Rheinpanorama rundum geniessen.

Die Mitglieder der Kulturkommission Beatrice Meier, Edi Schmid, Jeanette Berger, Reto Hofer, Sandra Wernli und Sandra Güntert, haben für die Erarbeitung des Fähribüchleins wieder viel recherchiert, in alten Fotoalben und Archiven gestöbert und so auf 36 Seiten Wissenswertes und Vergnügliches aus dem Dorfleben zusammengetragen.

Trennung wird vollzogen

Edi Schmid, Vorsitzender der Kulturkommission Mumpf, stellte die neue Broschüre kurz vor und begrüsste die Gäste vom Gemeinderat Wallbach ganz herzlich, stieg damit gleich ein in die im Buch festgehaltenen Ereignisse aus dem Jahr 1802, als sich die beiden Ortsgemeinden Wallbach und Mumpf im Zuge der damals turbulenten politischen Ereignisse trennten. Wallbach erhielt seine Eigenständigkeit, eine grosse Liebe zwischen den beiden Ortsteilen bestand ohnehin nicht. Die Wallbacher fühlten sich öfters untergebuttert.

Zollfreie Zone auf dem Rhein

Spektakulär die Geschichte über die kurzzeitig entstandene zollfreie Zone auf dem Rhein im Winter 1963 bei Minus 20 Grad, als der Rhein zwischen den beiden Wallbach Schweiz und Deutschland komplett zugefroren war. Der Fluss wurde von den Menschen kurzerhand zur zollfreien Zone erklärt mit lebhaften Grenzübertritten und nicht ganz legalem Warenaustausch. Aber auch als Fussballfeld und Schlittschuhbahn eignete er sich hervorragend, wurde sogar zur musikalischen Showbühne für die Wallbacher Musiker bei strahlendem Sonnenschein.

In der neusten «Fähri» werden aber auch Ereignisse des vergangenen Jahres dokumentiert, zum Beispiel der wiederbelebte Banntag, der viel Zuspruch erfuhr. Es wird berichtet über Highlights im Vereinsleben, es gibt Geschichten aus dem Dorfmuseum «Alter Dreschschopf» mit der sehr gut besuchten Ausstellung über die Eisenbahngeschichte von Mumpf ab 1870, über die Einweihung des Schwalbenhauses, sportliche Erfolge und manches mehr.

Es kommen neu Zugezogene zu Wort, die von ihren ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen erzählen und betonen, dass sie kaum Probleme hatten, sich einzuleben. Obwohl der kulturelle Unterschied zu ihren Herkunftsländern doch beträchtlich ist. Zwei interessante Grenzsteine werden ebenfalls ins Bild gerückt – der älteste von 1698, der jüngste von 1991.