Die Gemeinde Mumpf fährt ab auf eine App: Seit Anfang Jahr macht die Gemeinde bei der App «Gemeinde News» mit und bedient die Nutzer mit aktuellen Informationen – vorab den Gemeindenachrichten – aus dem Dorf. Mumpf ist bislang die einzige Kommune aus dem Fricktal, die bei der App «Gemeinde News» dabei ist. Insgesamt liefert die App aktuell Infos aus 15 Gemeinden, vorab aus dem Baselbiet.

Mumpf ist damit (noch) fast alleine auf weiter App-Flur. Eine Umfrage der AZ zeigt: Nur zwei Kommunen, Rheinfelden und Obermumpf, haben eigene Apps im Einsatz. Andere haben eine eigene App oder eine Beteiligung bei einer App geprüft, dann aber verworfen oder aufgeschoben. So auch Hornussen. «Aufgrund der hohen Kosten – Initial- und jährlich wiederkehrende Kosten – hat man auf die Einrichtung verzichtet», sagt Markus Schlatter, Verwaltungsleiter von «3plus».

In Olsberg überlegt man sich, bei «Gemeinde News» mitzumachen. «Wir klären derzeit ab, ob es Nutzer dafür geben würde», sagt Gemeindeschreiberin Christine Leuenberger. In der Lokalpresse hat die Gemeinde interessierte Einwohner aufgerufen, sich zu melden. Auch Zeiningen ist zumindest nicht abgeneigt. Aufgrund der Wechsel im Gemeinderat und anderen wichtigeren Projekten sei ein Anschluss an «Gemeinde News» noch kein Thema, sagt Gemeindeschreiberin Sheena Heinz, «es wird aber im 2018 im Gemeinderat diskutiert werden». In Schupfart ist man «ganz neu» dabei, ein Angebot zu prüfen. «Ergebnisse sind jedoch noch keine vorhanden», sagt Gemeindeschreiberin Jacqueline Stöcklin.

In Stein will man «bald» in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule eine Bevölkerungsumfrage zum Thema Info- und Kommunikationskonzept starten «und hoffentlich daraus unsere Schlüsse ziehen können», sagt Gemeindeschreiber Sascha Roth.

In der grossen Mehrheit der Gemeinden steht derzeit eine Einführung einer eigenen App oder eine Beteiligung bei «Gemeinde News» nicht zur Debatte. «Die Gemeinde Laufenburg plant derzeit keine Beteiligung, da der Bedarf seitens der Bevölkerung nicht bekannt ist und auch kein Bedürfnis ausgesprochen wurde», sagte Gemeindeschreiber Marco Waser.

Homepage statt App

In Frick will man die Erfahrungen anderer Gemeinden abwarten, um zu beurteilen, ob für eine App «tatsächlich ein breites Bedürfnis der Bevölkerung besteht», sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer. Quasi als Konkurrent dazu fungiert die neue Homepage: Sie verfügt über eine mobile Ansicht. «Damit ist eine einfache Bedingung der Homepage auch ohne App möglich», so Widmer.

Auch in Möhlin setzt man auf die «von Grund auf» neu gestaltete Homepage. «Sehr viele Funktionen, die eine App beherrscht, sind in der Homepage integriert», sagt Gemeindeschreiber Marius Fricker. So seien die «Point of Interest» in einer Map hinterlegt und könnten auch mit mobilen Geräten genutzt werden. Damit könnten beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Spielplätze oder Grillstellen leicht geortet werden.

Den Online-Auftritt wollen in diesem Jahr auch andere Kommunen überarbeiten – auch mit dem Ziel, ihn für mobile Geräte wie Smartphones und Tablets zu optimieren. «Der Internet-Auftritt wird bald intern geprüft», sagt Christoph Rehmann, Leiter Finanzen in Gipf-Oberfrick. Und auch aus Kaisten heisst es: «Wir haben ein Redesign unserer Homepage im 2018 vorgesehen», sagt Gemeindeschreiber Manuel Corpataux.

Dass dem mobilen Internet die Zukunft gehört, davon ist Roger Erdin überzeugt. «Das Bedürfnis, Informationen online abzurufen, verschiebt sich immer mehr auf mobile Geräte», sagt der Stadtschreiber von Rheinfelden. Das bestätigen auch die Zahlen des Bundesamtes für Statistik: Im letzten Jahr nutzten 72 Prozent der Internetnutzer mobiles Internet – 29 Prozentpunkte mehr als noch 2014.

«Wichtiger als eine eigene App»

Diesem Trend trägt die Stadt Rechnung und wird dieses Jahr die Webseite im «responsive Design» neu gestalten. Damit erkennt die Webseite das Format des Gerätes und kann sich entsprechend anpassen. «So ist das Lesen und Navigieren auf einer normalen Webseite auch mit einem Smartphone problemlos machbar», erklärt Erdin und wagt eine Prognose: «Diese technischen und gestalterischen Möglichkeiten der Webseite werden für die Gemeinden vermutlich wichtiger als eine eigene App.»