Oberes Fricktal
Die meisten Anzeigen wegen Drogen gehen auf das Konto der Kiffer

Die Regionalpolizei hat den personellen Vollbestand erreicht, das schlägt sich in den Zahlen nieder. Bei Verstössen gegen das Betäubungsmittel- und das Strassenverkehrsgesetz ist die Zahl der Anzeigen deutlich angestiegen.

Marc Fischer
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Zufrieden mit dem Polizei-Jahr 2014: Daniel Suter, Präsident des Führungsausschusses (Mitte), Polizeichef Werner Bertschi (l.) und sein Stellvertreter I Markus Erni. mf

Zufrieden mit dem Polizei-Jahr 2014: Daniel Suter, Präsident des Führungsausschusses (Mitte), Polizeichef Werner Bertschi (l.) und sein Stellvertreter I Markus Erni. mf

Marc Fischer

Die Regionalpolizei Oberes Fricktal hat im Jahr 2014 ihren Vollbestand erreicht. Die 12,5 Stellen sind auf 13 Polizisten verteilt. Damit konnten die Randzeiten mit neuen Diensten besser abgedeckt werden. Nicht zuletzt dank diesem personellen Zuwachs hat die Repol auch ihr Jahresziel erreicht, mindestens 50 Prozent der uniformierten Präsenz der Kriminalitätsbekämpfung zu widmen. Sie erreichte mit 9701 Stunden eine Quote von 52 Prozent.

«Wir sind mehr draussen. Und nur wenn wir draussen sind, haben wir die Chance, am richtigen Ort zu sein», betonte Polizeichef Werner Bertschi anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts. Eine Patrouille, die ohnehin schon in den Gemeinden unterwegs sei, könne schnell auf Meldungen aus der Bevölkerung reagieren und wirke erst noch abschreckend auf mögliche Täter.

Eingehende Kontrollen

Während sich die Präventionswirkung nur schwer beziffern lässt, schlägt sich die gesteigerte uniformierte Präsenz bei den vorläufigen Festnahmen (Anstieg von 18 auf 24) und den Anzeige-Zahlen nieder. «Da wir mehr draussen patrouillieren, nehmen wir auch mehr wahr», so
Bertschi. Bei Offizialdelikten würden die Polizisten dann natürlich aktiv. Deutlich zugenommen haben die Anzeigen wegen Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz (von 183 auf 286) und gegen das Betäubungsmittelgesetz (von 9 auf 65). Auch wenn die meisten Betäubungsmittelanzeigen auf Cannabis zurückzuführen sind, handle es sich dabei keineswegs um eine Jagd auf Kiffer, so Bertschi. «Aber wir kontrollieren Personen, die sich an Hotspots aufhalten, eingehend.» Dabei habe nicht die Bestrafung erste Priorität: «Konsumenten sollen früh erkannt werden, dann können bei Minderjährigen auch die Eltern kontaktiert werden.»

Werner Bertschi betonte auch, dass der sprunghafte Anstieg nicht bedeute, dass das Fricktal binnen eines Jahres zur Drogenhölle verkommen sei. «Wir haben zwar den Quervergleich mit anderen Regionen nicht gemacht», so der Polizeichef, «aber wir hatten in den Jahren zuvor sicher eine eher tiefe Zahl an Anzeigen in diesem Bereich.»

Weniger Tempo-Kontrollen

Einen leichten Rückgang (von 176 auf 161) gab es dagegen bei den Verstössen gegen das Strafgesetzbuch zu vermelden. Ebenfalls leicht gesunken ist die Zahl der Geschwindigkeitskontrollen (von 122 auf 120). Trotzdem wurden mehr Fahrzeuge kontrolliert als noch im Vorjahr – dabei aber weniger Übertretungen festgestellt. «5363 Übertretungen bedeuten aber gleichwohl, dass mehr als jedes zehnte Fahrzeug zu schnell unterwegs ist», betont der Polizeichef. Und die Statistiken zeigen noch etwas anderes: Der Rückgang der Übertretungen ist darauf zurückzuführen, dass die Tempo-Überschreitungen von 1 bis 5 Stundenkilometern abnahmen. «Die Übertretungen zwischen 6 und 15 Stundenkilometern nahmen dagegen zu», so Werner Bertschi.

Weiter angestiegen ist im Jahr 2014 auch die Zahl der Einsatzstunden, die die Repol Oberes Fricktal im Unteren Fricktal geleistet hat. Dies, obwohl die gemeinsamen Nachtpatrouillen und Pikettdienste ab Oktober um zwei Tage pro Woche reduziert wurden. Man müsse die Zahl im Auge behalten, so Werner Bertschi, aber es gebe eben im Unteren Fricktal auch mehr Aufträge.