Für viele ist sie ein notwendiges Übel: die Steuererklärung. Bis zum 31. März lief die Frist für die Einreichung an das Steueramt. Neu gilt seit diesem Jahr: Wer seine Steuererklärung nicht fristgerecht einreicht, bezahlt eine Mahngebühr von 35 Franken, bei der zweiten Mahnung wird man mit 50 Franken zur Kasse gebeten. Die AZ hat bei den Steuerämtern nachgefragt, ob die neu eingeführten Mahngebühren die Motivation der steuerpflichtigen Personen erhöht hat, ihre Unterlagen fristgerecht einzureichen.

Ein Stapel an Steuererklärungen trifft dieser Tage auf dem Regionalen Steueramt in Frick ein, an dem die Gemeinden Densbüren, Frick, Oberhof, Ueken, Wittnau und Wölflinswil mit rund 6000 steuerpflichtigen Personen angeschlossen sind.

«Während im letzten Jahr bis zum 1. April 25 Prozent der steuerpflichtigen Personen ihre Steuererklärung abgegeben haben, waren es in diesem Jahr bis zum 1. April 28 Prozent», sagt Leiter Kurt Weiss. «Es gibt immer Leute, die einen gewissen Druck brauchen, um ihre Pflicht zu erfüllen.»

Ein wenig anders formuliert es Urs Suter, Leiter des Steueramtes in Rheinfelden. «Die Mahngebühren sind sicher ein Ansporn.» So haben bis dato 35 Prozent der 8549 steuerpflichtigen Personen ihre Steuererklärung eingereicht. Zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr waren es 33 Prozent.

In Möhlin berichtet Adolf Mösch, Leiter der Steuer-Abteilung, dass bis zum 31. März 27 Prozent der insgesamt 6662 steuerpflichtigen Personen ihre Erklärung eingereicht haben. «Dies ist ein Plus von rund einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr», sagt Mösch, der aus Gesprächen mit Treuhändern weiss, dass einige der Klienten ihre Treuhänder in diesem Jahr früher als für gewöhnlich mit der Steuererklärung beauftragt haben.

Gemahnt wird erst ab Juli

Die Steuer-Vorsteher sagen unisono, dass man den Effekt der Mahngebühren jedoch erst Anfang Juli konkret ausweisen könne. Denn so verschicken die Steuerämter die Mahnungen erst nach dem 30. Juni. Dies wird den steuerpflichtigen Personen schriftlich mitgeteilt.

«Natürlich gibt es den einen oder anderen, der die Unterlagen nicht richtig liest», sagt Markus Baumann, Leiter des Regionalsteueramtes im Laufenburger Ortsteil Sulz. Dementsprechend gebe es auch viele Anträge auf Fristerstreckungen bis vor dem 30. Juni, obwohl dies gar nicht notwendig sei, da ja erst danach gebüsst werde.

Suter geht davon aus, dass die Mahngebühren sich auf die Arbeit des Steueramtes positiv auswirken werden. «Ich erwarte, dass wir insgesamt weniger Mahnungen und Einschreiben versenden müssen.» Mösch vermutet, dass die Mahngebühren einen positiven Effekt auf die Bereitschaft derjenigen haben werden, die das Einreichen der Steuererklärung bisher auf die lange Bank geschoben haben.

«Dieser Effekt wird sich voraussichtlich im nächsten Jahr noch stärker zeigen.» Dies aufgrund des Lerneffekts derjenigen, die in diesem Jahr die Mahngebühr zum ersten Mal zahlen müssen.

Weil die Steuererklärung «so oder so» gemacht werden müsse, könne man sich die Mahngebühr auch sparen, sagt Weiss. «Auch wir verzichten gerne darauf, Mahnungen auszustellen.»