Die Betriebsbesichtigungen bilden einen sicheren Wert im Jahresprogramm von Gewerbe Region Frick. Das rege Interesse, einmal einen speziellen Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens zu werfen, bestätigte sich auch diesmal, nahmen doch über 50 Gewerbler an der Besichtigung des Re-Centers Fricktal (mit integriertem Entsorgungspark) in Frick teil. Gewerbepräsident Christoph Vogel und Rolf Böller, Bereichsleiter Mitglieder, zeigten sich denn auch erfreut über den beachtlichen Aufmarsch, zumal auch verschiedene Neumitglieder teilnahmen.

Recycling-Pioniere

Die Gäste wurden durch Daniel Knecht, Präsident des Verwaltungsrates der Knecht Brugg Holding AG, begrüsst, in deren Bereich Transport/Recycling unter anderen auch das Recycling-Center Fricktal und die seit Generationen im Entsorgungsbereich aktive Firma Daetwiler AG, Windisch, angesiedelt sind.

Deren Geschäftsführer, Roland Saner, wies im Rahmen der Führung darauf hin, dass das Unternehmen seine Wurzeln im Jahr 1874 hat: «Der Firmengründer war damals ein ‹Lumpensammler›, eigentlich eine despektierliche Bezeichnung für ein Gewerbe, das wir heute im Rückblick als Pionierleistung für Recycling verstehen.» Dem 1991 in Betrieb genommenen Re-Center Fricktal folgte 1996 die Öffnung für Privatkunden und im Herbst 2010 die Inbetriebnahme der neuen und grosszügig gestalteten (Entsorgungs-)Hallen.

Expandierungen geplant

Stephan Graber, Betriebsleiter Re-Center, wartete mit einigen beeindruckenden Zahlen auf. Die Woche hindurch werden über 100 Warenkunden täglich registriert, an Samstagen während 4 Stunden bis zu 150. Täglich werden rund 10 Tonnen Sperrgut und kostenloses Material angeliefert, dazu im Durchschnitt 1,2 Tonnen Papier. Jährlich werden weit über 20000 Tonnen Altpapier verarbeitet, das daraus entstandene, neue Produkt, tritt unter anderem auch den Weg nach China an.

Das Unternehmen plant weitere Expandierungen in verschiedene Richtungen, beispielsweise im Bereich Kunststoff. Er hielt aber fest, dass der Entsorgungsbereich sehr strengen Kontrollen sowohl vonseiten des Kantons als auch des Bundes unterworfen sei: «Wir können nicht einfach draufloswursteln, wie wir wollen.»

Erstmals ein Recyclist

Ronald Saner unterstrich, dass sich der Entsorgungsbereich zu einer komplexen und anspruchsvollen Aufgabe entwickelt hat: «Die Umwelt beansprucht einerseits eine Vermeidung und Verminderung der Abfälle und anderseits bei den angefallenen Abfällen eine möglichst hohe Rücklaufquote in den Materialkreislauf, das heisst Ressourcen-Rückgewinnung.» Die Daetwiler AG schenkt auch der Lehrlingsausbildung ganz besondere Beachtung. So absolviert derzeit Jonas Obrist aus Möhlin als Erster die dreijährige Lehre als Recyclist.