Rheinfelden
Die letzte Keramikfirma in der Schweiz produziert vor allem Fonduegeschirr

Rheinfelden Die Keramik AG liefert in ganz Europa und produziert vor allem Fonduegeschirr. Geschäftsführer Bruno Kuster erklärt: «Wir produzieren ungefähr 3000 Fonduegeschirre im Jahr. Viele davon werden mit Zeichnungen von Alois Carigiet bemalt.»

Sandra Bös
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Diese Mitarbeiterin bemalt Teller bevor sie in den Brennofen kommen
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Diese Urnen sind bereit für den Brennofen
Die Rheinfelder Keramik AG - Hier wird produziert und verkauft
Dieser Mitarbeiter formt Duftsteine
Die Keramik AG in Rheinfelden

Diese Mitarbeiterin bemalt Teller bevor sie in den Brennofen kommen

Sandra Bös

Seit über 220 Jahren wird im Zähringer Städtchen Rheinfelden Keramik produziert. Vor 40 Jahren wurde das von der Familie Zahner gegründete Unternehmen Rheinfelder Keramik AG von Jules Kuster erworben und wird nun von seinem Sohn, Bruno Kuster und dessen Frau, Ariane Kuster, geführt. Zu dieser Zeit gab es noch etwa 15 Keramikfirmen in der Schweiz, heute sind sie eine der letzten Manufakturen, die dieses traditionelle Handwerk pflegen. Zurzeit produzieren 22 Mitarbeiter das ganze Jahr über die Waren in der Fabrik in Rheinfelden. Kurz vor Weihnachten wird es ruhiger in der Produktion, zu dieser Jahreszeit arbeiten die meisten im Verkauf, sagt Bruno Kuster.

In Rheinfelden gibt es einen Verkaufsladen in der Altstadt und in der Fabrik selbst werden die Artikel ebenfalls verkauft. Ausserdem ist die Keramik AG auch am Weihnachtsmarkt in Basel mit dabei.

Beliebtes Fonduegeschirr

Hergestellt wird in der Fabrik vor allem Fonduegeschirr, was ungefähr 50 bis 60 Prozent der Produktion ausmacht. Duftlampen und Duftsteine machen etwa 25 Prozent aus. Ausserdem gibt es noch Teller, Tassen, Besteck und vieles mehr. Die Duftlampen und Duftsteine werden sogar in ganz Europa geliefert, wie zum Beispiel für die deutsche Firma Primavera. Bruno Kuster führt aus: «Unsere Grosskunden, wie zum Beispiel die Manor oder der Globus, bestellen schon am Anfang des Jahres ein Sortiment für die Weihnachtszeit. Dabei bekommt jeder Grosskunde eine eigene Kollektion. Der Detailhandel bestellt die Produkte hingegen viel kurzfristiger. Dazu gehören Läden in Ferienorten, Geschenkläden, Boutiquen, Haushaltswarengeschäfte, Heimatwerke und viele mehr.» Es gibt verschiedene Techniken und Produktionsverfahren. Das Fonduegeschirr wird als Erstes getöpfert. Danach kommt die Tonmasse bei 1000 Grad in den Brennofen. Als Nächstes wird das Geschirr bemalt und kommt wieder in den Brennofen. Dann wird es noch glasiert und zum Schluss ein letztes Mal im Ofen gebrannt. Es dauert zwei bis drei Wochen, bis ein Fonduegeschirr verkaufsbereit ist.

Kuster erklärt: «Wir produzieren ungefähr 3000 Fonduegeschirre im Jahr. Viele davon werden mit Zeichnungen von Alois Carigiet bemalt. Wir haben das Vertragsrecht, seine Zeichnungen in Keramik herzustellen. Das passt sehr gut ins Bündnerland und ist auch bei Touristen beliebt. Leider werden sie wegen des hohen Frankenkurses weniger an Touristen verkauft als früher. Umgerechnet zahlte man damals ungefähr 90 Euro, heute sind es schon etwa 140 Euro. Das Tolle dagegen ist, dass es keine Konkurrenz gibt, da wir die Einzigen im In- und Ausland sind, die dieses Vertragsrecht besitzen.»