Rheinfelden

Die «Lektionen» im Eltern-Baby-Singen machen grosse Augen und offene Ohren

Zuhören, tasten oder Xylofon spielen: Mit allen Sinnen sind die Babys am Kurs Eltern-Baby-Singen der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst dabei. mf

Zuhören, tasten oder Xylofon spielen: Mit allen Sinnen sind die Babys am Kurs Eltern-Baby-Singen der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst dabei. mf

Die Musikschule bietet den Kurs Eltern-Baby-Singen an – die Aargauer Zeitung hat zugeschaut und zugehört. Für Babys zwischen 3 und 18 Monaten sind musikalische Angebote rar.

Kinderwagen stehen im Gang. Drei Babys und ihre Begleitpersonen – zumeist Mütter – sind bereits im Kurszimmer. Zwei weitere kommen unmittelbar nach mir. Alle sind sechs bis zwölf Monate alt. Und alle nehmen am Eltern-Baby-Singen der Musikschule Rheinfelden/Kaiseraugst (MSRK) teil. Es ist der siebte Kursmorgen des Kurses, der Anfang Jahr begonnen hat.

Die Babys kennen sich. Sie begrüssen sich mit Lauten und krabbeln aufeinander zu. Die Mütter tauschen derweil Erfahrungen aus. Welches Baby liegt lieber auf dem Bauch? Welches dreht sich immer auf den Rücken?

Die Zimbel erklingt. Schlagartig richten sich die Blicke der Babys auf Kursleiter Timo Klieber. Die Augen werden gross und grösser. Als Beobachter hat man den Eindruck, dass auch die Ohren wachsen. Die Babys lauschen den Klängen der verschiedenen Instrumente. Zimbel, Xylofon, Klavier, selbst gemachte Flöte. Lauschen den Stimmen ihrer Mütter. Lauschen den Geschichten, die Timo Klieber zwischen den Liedern erzählt, und die einen roten Faden durch die Lektion ergeben.

Die Musikschule bietet den Kurs Eltern-Baby-Singen an – die Aargauer Zeitung hat zugeschaut und zugehört

Musikschule bietet den Kurs Eltern-Baby-Singen an – die Aargauer Zeitung hat zugeschaut und zugehört..wmv

Ein braunes Mäuschen kommt vor, das in den Schlaf gesungen werden muss. Ein Plüschteddy wird als Tröster besungen. Die Babys dürfen mit Schaumstofftennisbällen spielen. Sie dürfen alles mit Händen und manchmal auch dem Mund ertasten. Und sie dürfen natürlich auch selber musizieren.

Mit dem Schläger auf dem Xylofon. Mit der Rassel in der Hand. «Ich überlege mir immer einen leicht anderen Ablauf der Lektionen», sagt Timo Klieber. Er ist ausgebildeter Sänger und leitet den Kurs momentan als Stellvertreter. Will aber demnächst den Zusatzkurs für Eltern-Baby-Singen besuchen und eigene Kurse leiten.

Den Babys gefällts schon jetzt. Sie lassen sich nicht ablenken. Lächeln. Sind zufrieden. Nur einmal gibt es kurz Tränen, als der Schaumstoffball wieder versorgt werden soll. Der Trost-Bär aus dem Lied kommt nun im «Ernstfall» zum Einsatz. Die Tränen trocknen schnell, das Lachen kehrt zurück.

«Ich bin froh, bin ich in Rheinfelden fündig geworden.»

«Bei meiner Tochter muss immer etwas laufen», sagt eine Mutter später im Gespräch. So ruhig wie im Kurs sei sie nicht immer. Durch Plakate ist sie auf den Kurs aufmerksam geworden. Gezielt gesucht hat eine andere Teilnehmerin: «Auf Musik hat meine Tochter schon ganz früh reagiert, ich bin froh, bin ich in Rheinfelden fündig geworden.» Tatsächlich, für Babys zwischen 3 und 18 Monaten sind musikalische Angebote rar. Die Kursteilnehmer kommen denn auch nicht nur aus dem Fricktal, sondern auch aus den beiden Basel. Derzeit laufen in Rheinfelden drei Kurse parallel. Eine neue Staffel beginnt am 22. April, Anmeldungen sind noch möglich.

45 Minuten lang waren die Babys ganz Ohr. Nun heisst es Abschied nehmen. Mit Blicken. Mit Davonkrabbeln. Vielleicht bald mit Winken. «Meine Tochter kann eigentlich schon winken», erzählt eine Mutter stolz und fügt schmunzelnd an: «Aber nur wenn sie will.» Die anderen werden bald nachziehen. Und die Mütter können die Entwicklungen verfolgen. In einer Woche stehen die Kinderwagen wieder im Gang.

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