Hottwil
Die «Land-Amme» am Stammtisch im «Bären» zu Hottwil

Spüren, was an der Basis geschieht und wie man dort denkt. Das tat Landammann Susanne Hochuli. Diesmal war die «Land-Amme» in Hottwil. Dort fühlte man sich geehrt, dass auch einmal jemand aus «Aarau» den Weg in die Gemeinde gefunden hat.

Dieter Deiss
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Susanne Hochuli vor dem Bären in Hottwil
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Susanne Hochuli am Stammtisch in Hottwil
Susanne Hochuli im Gespräch mit der Bären-Wirtin Esther Keller
Susanne Hochuli mischte sich im Bären Hottwil unter die Jungen, wo es ihr sichtlich wohl ist
Die Land-Amme besucht Hottwil

Susanne Hochuli vor dem Bären in Hottwil

Dieter Deiss

Im fast bis auf den letzten Platz besetzten Gasthof «Bären» in Hottwil herrschte eine gemütliche Athmosphäre, als am frühen Sonntagabend eine braun gebrannte Wandererin in blauem Jupe und blauer Bluse mit umgehängter Bauchtasche die Wirtschaft betrat. Ein fröhliches Gesicht, die langen blonden Haare hinten zusammengebunden, blickte erwartungsvoll in die Runde.

Hätte man nicht gewusst, dass sich die «Land-Amme» Susanne Hochuli, wie sie in einem Flyer angekündigt wurde, am Stammtisch im «Bären» einfinden wird, so hätte man hinter dieser Wandererin wohl kaum die oberste Regiererin des Kantons Aargau, eben die Frau Landammann Hochuli, vermutet. Locker nach allen Seiten grüssend, da ein Händeschütteln, dort ein Begrüssungsküsschen, begab sie sich schnurstracks zum vollbesetzten, ovalen Stammtisch, wo die Stühle etwas beiseite gerückt wurden, so dass sie sich in die Runde setzen konnte. Bei einer von Gastro Aargau offerierten Kartoffelwähe und einem Flösserbier dauerte es nicht lange, bis das Gespräch auf Hochtouren lief. So nutzte unter anderem der Mettauertaler Gemeindepräsident Peter Weber die einmalige Gelegenheit, um die Regierungsrätin mit den Sorgen und Sörgeli seiner Gemeinde vertraut zu machen. Da kamen der öffentliche Verkehr zur Sprache, aber auch die mögliche Schaffung eines Kulturzentrums in der ehemaligen Turnhalle Mettau.

Ich habe «supergute» Mitarbeiter

Dann gab es doch noch einen ganz kurzen offiziellen Teil, indem Gemeindepräsident Weber Susanne Hochuli willkommen hiess. Man fühle sich geehrt, dass auch einmal jemand aus «Aarau» den Weg nach Hottwil gefunden habe. Das war es dann schon und weiter ging es mit dem Stammtischgespräch. Es wurde aber nicht nur politisiert. So erzählte Hochuli Müsterchen von ihrer Wanderung quer durch den Aargau. Zusammen mit ihrem Hund „Mira" war sie von Koblenz nach Hottwil marschiert. Wie es sich für eine Militärdirektorin gehört, war sie für die Wanderung entsprechend vorbereitet mit Karte und genauer Wanderroute samt dazugehörendem Höhenprofil. Die Wanderung durch den Aargau sei «lässig» meinte sie, die übrigens einen topfiten Eindruck machte. Auf ihre Arbeit angesprochen, führte sie wörtlich aus: «Ich habe in meinem Departement ‹supergute› Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.»

Es sei für sie wichtig zu spüren, was an der Basis geschehe und wie man dort denke. Gerade aus diesem Grund habe sie für die Bahn auch ein Abonnement zweite Klasse. Die Gelegenheit zu Kontakten sei dadurch besser gegeben. Bei Diskussionen um heisse Themen wie beispielsweise das Asylwesen, sei für sie immer die erste Frage: «Sind die Gesprächspartner direkt Betroffene oder sind es Leute, die ein Thema politisch bewirtschaften wollen.» Oft sehe man die Problemlösungen zu einfach. Eigene Gesetze würden immer wieder den angepriesenen Lösungen im Wege stehen. Es gebe auch viele Widersprüche, indem man beispielsweise im Asylwesen vom Bund eine speditivere Arbeitsweise verlange, gleichzeitig aber in den Kantonen und Gemeinden keinerlei Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeige. Hochuli sprach sich klar dafür aus, dass der Bund die Unterbringung der Asylbewerber übernimmt. Die Kantone sollten nur noch anerkannte Flüchtlinge aufnehmen müssen.

Eine Milchstrasse für den «Bären»

Nach der eigentlichen Stammtischrunde führte Susanne Hochuli an allen übrigen Tischen ebenso lockere Gespräche. Da wurde über das «Flösserbräu» diskutiert wie über den Papierkrieg in der Spitex oder die teure Herzmedizin in den Spitälern. Da diese Landammann-Stammtische jeweils von Gastro Aargau organisiert werden, kamen natürlich auch noch die «Gastro-Sterne» zur Sprache. Hier hatte Hochuli für den «Bären» eine besondere Auszeichnung bereit, dieser verdiene eigentliche eine ganze Milchstrasse.

Obwohl Frau Landammann einen langen Wandertag hinter sich hatte, plauderte sie mit den Gästen noch bis in den späteren Abend. Sie verbrachte die Nacht in Hottwil und setzte dann am Montagmorgen die Wanderung auf dem Flösserweg in Richtung Laufenburg fort.

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