Kaisten
Die Ladengenossenschaft muss keine Miete zahlen

Die röm.-kath. Kirchgemeinde Ittenthal sagt Ja zum Kauf des Ladengebäudes im Kaister Ortsteil Ittenthal. Am nächsten Freitag wird an der politischen «Gmeind» in Kaisten über den Verkauf entschieden.

Susanne Hörth
Merken
Drucken
Teilen
Peter Kalt, Präsident der Ladengenossenschaft Ittenthal, mit einer Kundin am Samstagmorgen vor dem neuen Angebot im kleinen Dorfladen: eine Bring-und-Hol-Ecke für Bücher. sh

Peter Kalt, Präsident der Ladengenossenschaft Ittenthal, mit einer Kundin am Samstagmorgen vor dem neuen Angebot im kleinen Dorfladen: eine Bring-und-Hol-Ecke für Bücher. sh

Mit ihrer Zustimmung, für 410000 Franken das Wohn- und Geschäftshaus zu erwerben, hat die röm.-kath. Kirchgemeinde am Freitagabend einen ersten Schritt für den Erhalt des Ittenthaler Dorfladens gemacht. Der in besagter Liegenschaft untergebrachte kleine Laden hat in seiner Geschichte schon mehrfach vor einer ungewissen Zukunft gestanden. Mit dem Zusammenschluss der beiden politischen Gemeinden Kaisten und Ittenthal ist die Liegenschaft, welche neben Laden auch noch über Mietwohnungen verfügt, in den Besitz der «neuen» Gemeinde Kaisten übergegangen. Weil von dieser kein Bedarf am Gebäude besteht, hat die Behörde beschlossen, es zu verkaufen.

Dass der Laden überleben kann, liegt unter anderem an der kostenlosen Nutzung der benötigten Räumlichkeiten. In Zusammenhang mit dem geplanten Gebäudeverkauf hat Peter Kalt, Präsident der Ladengenossenschaft Ittenthal, bereits Mitte Jahr dem Gemeinderat eine von mehreren Hundert Personen unterschriebene Petition zum Erhalt des Dorfladens überreicht.

Mit der Zustimmung zum Kauf wollen die Ittenthaler Katholiken dem Dorfladen – einem sozialen Treffpunkt im Dorf – eine Chance geben. Dass es gleichwohl Diskussionen bei der Entscheidungsfindung gab, sei zu erwarten gewesen, erklärt Kirchenpflegepräsident Ruedi Näf. So sei es doch eigentlich die Aufgabe der politischen Gemeinde Kaisten, die Liegenschaft zu behalten, und damit dem Laden als wichtiger Begegnungszone im Dorfteil eine Zukunft zu geben, hiess es. Diskutiert wurde zudem, was wäre, wenn die Kirchgemeinden Ittenthal und Kaisten fusionieren würden. Eine solche Fusion, so Näf, ist zurzeit kein Thema.

«Wir wollen keine Zwangsschliessung des Ladens», geht er auf einen der Gründe des Liegenschaftskaufs ein. Erteilt das Stimmvolk der politischen Gemeinde Kaisten am kommenden Freitag der Behörde die Ermächtigung zum Verkauf, wird aus einem Lichtstreifen am Horizont bereits eine aufgehende Sonne. Im Kaufvertrag ist festgehalten, dass die Käuferschaft alle bestehenden Mietverträge wie auch die kostenlose Benützung der Ladenräumlichkeiten übernimmt.

«Wichtig ist vor allem auch, dass die Leute im Laden einkaufen», appelliert Ruedi Näf an alle, denen der Laden am Herzen liegt. Gleich tönt es von Genossenschaftspräsident Peter Kalt. Er hofft, dass alle, die ein Interesse am Dorfladen habe, am Freitag an die «Gmeind» gehen, um dem Verkauf zuzustimmen.