Möhlin

Die Kündigungswelle der Schule Möhlin - was ist los?

Der Posten des Standortleiters im Schulhaus Steinli in Möhlin ist vakant. Robi Fasler hat gekündigt und die Stelle ist mittlerweile neu ausgeschrieben.

Der Posten des Standortleiters im Schulhaus Steinli in Möhlin ist vakant. Robi Fasler hat gekündigt und die Stelle ist mittlerweile neu ausgeschrieben.

Neun Wechsel hat es an der Schule Möhlin in der Gesamt- oder Standortleitung gegeben. Hinzu kommen zwei Kündigungen in der Schulverwaltung und eine komplette Neubesetzung der Schulpflege seit 2013. Das Problem: Es bestehe keine gemeinsame Führungskultur. Die Schulpflege arbeitet daran, aber das erfordert Geduld.

«Wir haben kein Systemproblem», betont Martin Frana, Personalverantwortlicher der Möhliner Schulpflege. Er sagt dies in einer Situation, die alles andere als einfach ist. Im letzten Herbst hat die externe Schulevaluation rote Ampeln in den Bereichen Schulführung und Qualitätsmanagement ausgestellt. Und: Eine Kündigung folgt auf die andere.

Diese Woche gab der Gemeinderat bekannt, dass er auf der Schulverwaltung zwei Kündigungen ausgesprochen hat und die Neue Fricktaler Zeitung machte publik, dass Mitte Februar der Standortleiter des Steinli-Schulhauses, Robi Fasler, seine Kündigung eingereicht hat. Es sind dies weitere Kündigungen in einer langen Reihe.

Auf der Position des Gesamtschulleiters gab es innert vier Jahren zwei Wechsel und die Stelle ist aktuell erneut nur interimistisch besetzt. An den sechs Schulstandorten gab es im gleichen Zeitraum sieben Wechsel in der Standortleitung. Hinzu kommen die zwei aktuellen Kündigungen in der Schulverwaltung und die Tatsache, dass das dienstälteste der fünf Schulpflegemitglieder erst seit Anfang 2013 im Amt ist.

Gemeinsame Führungskultur fehlt

Woran krankt also die Schule Möhlin? «Ein Hauptproblem ist, dass keine gemeinsame Führungskultur besteht», erklärt Schulpfleger Martin Frana. Er führt dies auf mehrere Ursachen zurück. Einerseits habe es eine rund 18-monatige Vakanz auf der Position des Gesamtschulleiters gegeben. «In dieser Zeit hat sich das heutige Rollenverständnis etabliert.» Auch jetzt sei wieder jeder Wechsel ein Bruch im Bestreben, diese gemeinsame Führungskultur zu erarbeiten.

Zudem sei man noch immer dabei, die «optimalen Prozessabläufe» zu finden und «die Schnittstellenproblematik anzuschauen». Aber trotz allem bleibt Frana dabei: «Struktur und innere Verteilung der Aufgaben und Ressourcen sind richtig.» Dies habe auch die Fachhochschule Nordwestschweiz in der externen Schulevaluation so bestätigt.

Führungsmodell bleibt bestehen

Am Führungsmodell mit den Standortleitern, einem Gesamtschulleiter und der Schulverwaltung will man deshalb auch festhalten. Es biete eine höhere Absicherung bei Vakanzen, als wenn eine Person für mehrere Schulstandorte zuständig sei. Zudem sei es von den Direktbeteiligten gemeinsam entwickelt worden und «von fachlicher Seite durch das kantonale Inspektorat legitimiert».

«Es dauert zwei bis vier Jahre»

Für die Zukunft ist Martin Frana trotz allem aktuellen Ungemach zuversichtlich. «Wir haben ein motiviertes Kollegium, das qualitativ guten Unterricht bietet und wir arbeiten mit der Unterstützung von Kanton und Gemeinde an der Organisationsentwicklung.» Eines ist Martin Frana aber auch klar: Der Prozess braucht seine Zeit. Mit zwei bis vier Jahren rechnet der Personalverantwortliche der Schulpflege, bis die Schule Möhlin wieder endgültig in ruhigerem Fahrwasser fahren kann. «Es braucht also auch Geduld und Stehvermögen.» Beides habe bei der Umsetzung von früheren Massnahmen etwas gefehlt.

Und wie viele Personalwechsel stehen bis dahin noch an? «Wir streben nach Kontinuität», betont Frana, «und wir legen grossen Wert auf den Rekrutierungsprozess.» Mit Blick auf die Vergangenheit schränkt er aber auch ein: «Wir sind eine grosse Organisation, in der die Wechsel nicht immer vorhersehbar sind. Manchmal ist eine Trennung unumgänglich.»

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