Rheinfelden

Die Krux mit den Einwendungen — Grossprojekte verzögern sich regelmässig

27 Einsprachen sind gegen das geplante Hotel G5 eingegangen.

27 Einsprachen sind gegen das geplante Hotel G5 eingegangen.

Die 27 Einsprachen gegen ein Hotel in Rheinfelden sind kein Einzelfall. In vielen Fällen rechnen die Bauherrschaften aber damit.

Mathias Finck plant in Rheinfelden ein Grossprojekt. Unter dem Namen G5 soll am Gerstenweg ein 4-Sterne-Hotel mit 60 Zimmern, 40 Apartments und 4 Suiten entstehen. Zudem ist im sechsstöckigen Gebäude die neue Zentrale von Fincks Reiseveranstaltungs-Unternehmen «Spar mit! Reisen» geplant, ebenso eine hauseigene Brauerei, ein Erlebnis-Restaurant mit 150 Plätzen und einem Miniatur-Rhein und eine Tiefgarage. Nun gibt es aber 27 Einwendungen gegen das Projekt.

«Wir haben nicht damit gerechnet, dass ein solches Projekt ohne Einsprachen gebaut werden kann», sagt Mathias Finck auf Anfrage. Die Zahl von 27 Einwendungen klinge jedoch im ersten Moment nach viel. «Wir haben sie allerdings noch nicht gesichtet», so Finck. Dies soll in den nächsten Tagen passieren und dann wisse man auch, wie substanziell die Einsprachen seien.

Einsprachen auch gegen ein Grossprojekt in Kaiseraugst

Generell hat Finck nach zahlreichen Gesprächen in Rheinfelden den Eindruck, «dass das Projekt gespannt erwartet wird». Und es stösst auf Interesse: Die Hotel-Apartments sollen an Investoren verkauft werden und werden bereits vermarktet. «15 der 40 sind bereits fix reserviert», so Finck.

Die Einwendungen seien nicht gleichbedeutend mit einer Verzögerung des Zeitplans, sagt Finck weiter. «Wir haben bis zur Baubewilligung mit drei bis sechs Monaten gerechnet.» Dies sei immer noch möglich – und dann bliebe es wohl auch beim Baustart im Frühling 2020 und der Fertigstellung rund ein Jahr später.

Das 16-Millionen-Franken-Projekt ist nicht das einzige Grossprojekt in der Region, das mit Einsprachen zu kämpfen hat. In Kaiseraugst etwa sind gegen den geplanten Bau des Domus-Turms auf dem Liebrüti-Zentrum Einsprachen eingegangen – wie viele hat die Gemeinde bislang nicht bekannt gegeben. Für 57 Millionen Franken sollen im rund 60 Meter hohen Turm 125 Wohnungen entstehen.

Das Projekt beschäftigt die Initianten und die Gemeinde schon länger. Vor fünf Jahren gab der Souverän grünes Licht für die Spezialzone Liebrüti. Im Herbst 2018 wurden dann die Bauprofile gestellt. Es dauerte aber noch zehn Monate, bis das Baugesuch öffentlich auflag. Allerdings waren auch dann noch nicht alle Details ausgearbeitet. Mit dem Baugesuch kann deshalb wohl nur eine Rahmenbaubewilligung mit Auflagen erteilt werden. Doch nun gilt es zunächst die Einsprachen abzuarbeiten.

Gelungen ist dies in Kaiseraugst in jüngster Vergangenheit bei einem anderen Grossprojekt. Gegen die Heizzentrale der AEW Energie AG an der Rinaustrasse, die dereinst 1700 Haushalte mit Wärme aus erneuerbarer Energie versorgen soll, gab es letztes Jahr ebenfalls drei Einsprachen. Diese konnten bereinigt werden – und Anfang September fand der Spatenstich für die Heizzentrale statt.

Lange Verzögerungen bei Strassenprojekt

Nicht nur bei Hochbauten verzögern Einsprachen immer wieder die Umsetzung, sondern auch bei Strassenbauprojekten. Ein Lied davon kann man in Hellikon singen. Dort wurde bereits 2013 ein Beitrag in der Höhe von 750'000 Franken für die Sanierung der Kantonsstrasse 494 genehmigt. In Angriff genommen werden konnte die Sanierung allerdings erst in diesem Frühjahr.

Einsprachen und die anschliessenden Verhandlungen verzögerten den Baustart um mehrere Jahre. Immerhin geht die Verzögerung nicht mit einer Kostensteigerung einher: «Die Arbeiten konnten im Rahmen der bewilligten Kredite vergeben werden», sagte Andreas Drohomirecki, Projektleiter bei der Abteilung Tiefbau des Kantons, beim Baustart.

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