Mumpf
Die Korken knallten schon kräftig

Seit letztem Herbst dreht sich bei den Realschüler am Oberstufenzentrum alles um Korken. Alle sammelten eifrig und begeistert Naturkorken - mit einem ehrgeizigen Ziel: 250 Kilogramm sollen es bis Ende Schuljahr sein.

Peter Rombach
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Die Realschüler mit ihrem Lehrer Urs Fischer bewähren sich als engagierte Korkensammler. ach

Die Realschüler mit ihrem Lehrer Urs Fischer bewähren sich als engagierte Korkensammler. ach

Naturkorken dürfen nicht im Güsel landen, sondern müssen einem Recycling zugeführt werden. Das erkannten Schülerinnen und Schüler der 1. und 4. Real am Oberstufenzentrum mit ihrem Lehrer Urs Fischer. Im vergangenen Herbst starteten sie ein Projekt und damit verbunden diverse Aufrufe, Naturkorken nicht achtlos wegzuwerfen, sondern zu sammeln. Das ehrgeizige Ziel damals: Bis zum Schuljahresende müssen es 250 Kilo oder mindestens 10000 Flaschenzapfen aus Naturkork sein.

Dass die jungen Leute gut unterwegs sind, zeigt ein spontaner Besuch im Klassenzimmer. Auch der Lehrer strahlt und ist mächtig stolz auf seine junge Truppe. «Tolle Leistung, jetzt haben wir Halbzeit. 125 Kilo Korken sind eingesammelt. So kanns ruhig weitergehen.» Um dies zu dokumentieren, schleppen die Jungs und Mädels aus einem Nebenraum die prall gefüllten Plastiksäcke mitten ins Klassenzimmer.

«Unsere Aktion ist ein voller Erfolg»

Unterstützung hatten sie in den vergangenen Monaten von vielen Privatleuten, Freunden und Bekannten erhalten, aber auch von den VolgFilialen in Wallbach, Obermumpf und Schupfart. Die jungen Leute holten teilweise die gesammelten Korken selbst ab, sogar in Wegenstetten, oder sie wurden direkt im Schulhaus abgegeben. «Unsere Aktion ist ein voller Erfolg», freut sich Lehrer Urs Fischer.

Recherchen der jungen Leute im Unterricht ergaben, dass in der Schweiz jährlich rund 150 Millionen Naturkorkzapfen unterwegs seien, was 400 Tonnen entspreche. Nur etwa 15 Tonnen würden derzeit dem Recycling zugeführt. Kapazitäten für mehr Verarbeitung gäbe es durchaus. Die Firma Schlittler AG in Näfels GL betreibt die einzige Korkmühle in der Schweiz, wo das Korkschrot aus den gebrauchten Zapfen zu Gummi- oder Presskork für die Schuh- und Bauindustrie verarbeitet wird – beispielsweise entstehen Sohlen, Schleif- oder Wachsklötze, ferner gepresste Isolierplatten oder Modellbauklötze.

Fürs Korkensammeln sensibilisieren

«Korkensammeln ist relativ einfach», versichert Urs Fischer und erinnert daran, dass sich die Bevölkerung für das Papier-, Altglas- oder Metall-Recycling ebenfalls habe sensibilisieren lassen. Dass die Aktion der Real-Klasse in der Bevölkerung ankommt, beflügelt natürlich.

Im Unterricht hatte es geheissen, dass der nachwachsende Rohstoff Kork vor allem vielen Menschen im Mittelmeerraum eine wichtige Lebensgrundlage biete. Die den Rohstoff liefernde Korkeiche gehöre zu einem «riesigen und bedeutungsvollen Ökosystem».

Infos auch unter www.oszf.ch