Kaisten
Die «Kirschbaumkohle» wird erst im nächsten Jahr ausgepackt

Drei Wochen hat die Köhlerei gedauert und viele Besucher begeistert. Nun ist der eigentliche Verkohlungsprozess abgeschlossen, die Entlebucher Köhlerfachfrau Doris Wicki hat ihre Zelte in Kaisten abgebrochen.

Susanne Hörth
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Köhlerei in Kaisten hat drei Wochen gedauert
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35 Ster Kirschbaumholz werden aufgeschichtet.
Der Kohlenmeiler wird angezündet.

Köhlerei in Kaisten hat drei Wochen gedauert

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Das Feuer ist erloschen, der Rauch verflüchtigt. Eben noch beeindruckte der Kohlenmeiler durch seine imposante Grösse, jetzt erhebt er sich nur noch als kleiner, dunkler Hügel inmitten hoher Waldbäume nahe des Forsthauses Aesple in Kaisten. Der schwere Geruch eines erst kürzlich ausgegangenen Feuers liegt in der Luft. Im Innern des Meilers kühlt das verkohlte Holz ab. Der eigentliche Verkohlungsprozess ist abgeschlossen, die Entlebucher Köhlerfachfrau Doris Wicki hat ihre Zelte in Kaisten abgebrochen.

Eine schöne und intensive Zeit

Am gestrigen Montag waren Helfer damit beschäftigt, die Infrastrukturen – dazu gehörte auch die Beleuchtung rund um den Kohlenmeiler – abzubauen. Rund 20 Tage lang war der Platz um den Meiler inklusive Festwirtschaft, Bar und Kaffeestube ein beliebter Treffpunkt für die Bevölkerung nicht nur aus der direkten Umgebung. «Auch Leute aus dem Baselbiet waren hier anzutreffen», so Förster Ernst Furler. Es war sein lang gehegter Wunsch gewesen, das alte Handwerk Köhlerei in Kaisten einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können. Ein Wunsch, den er sich nun selbst mit grossem Einsatz zum Ende seiner beruflichen Tätigkeit erfüllt hat. Über die nun zu Ende gegangenen Kaister Köhlerei zieht Furler ein durchwegs positives Fazit. «Es war aber auch eine intensive Zeit», sagt er ehrlich. Er wollte kein OK, hat mit engagierten Helfern ein Köhlerfest mit Rundumangebot auf den Kaister Waldboden gestellt.

Interessantes über ein altes Handwerk erfahren, dabei vom kulinarischen Angebot profitieren, diese Gelegenheit nutzen viele. Es fanden Versammlungen statt, das OK Köhlerfest Mettauertal 2014 tagte hier, eine Pilzausstellung wurde gezeigt, Musikalisches geboten, gejasst, über 150 Ortsbürger trafen sich zu ihrem Hock und vieles mehr. Es gab viel zu tun für die Helfer.

Am Schluss gibt es Kohle

Bisher gut gelungen ist auch der Verkohlungsprozess. Bereits am Freitag wurde der erloschene Meiler in eine luftdichte Plane gepackt, die ringsum mit Sand beschwert wurde. «Es darf nun kein Sauerstoff nach innen gelangen. Wir werden, damit keine Wildtiere Löcher in die Abdeckung reissen, einen Zaun rings um den Meiler aufbauen», erklärt Furler. Grössenordnung Mitte Februar nächsten Jahres wird «ausgepackt». Dann kann die Bevölkerung die in Säcken verpackte «Kirschbaumkohle» kaufen.

Besonders freut es den Kaister Förster, dass schon der eine oder andere Kaister eine Wiederholung der Köhlerei in drei bis vier Jahren gewünscht hat.