Laufenburg
«Die Katastrophe in Fukushima hat unabsehbare Folgen»

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Energiedienst Holding AG nahmen an der Generalversammlung Stellung zu den Ereignissen in Japan. Diese, so ist man sich sicher, hätten auch Auwirkungen auf den Energiesektor in unseren Breitengraden.

Walter Christen
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Hier wird kein Atomstrom produziert: Maschinenhaus (vorne) mit dem Stauwehr des 1909 bis 1914 erbauten Rheinkraftwerks Laufenburg. chr

Hier wird kein Atomstrom produziert: Maschinenhaus (vorne) mit dem Stauwehr des 1909 bis 1914 erbauten Rheinkraftwerks Laufenburg. chr

Was sich derzeit im japanischen Atomkraftwerk Fukushima abspielt, beschäftigt auch den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Stromproduktionsgesellschaft Energiedienst Holding AG (EDH) mit Sitz in Laufenburg: «Die Ereignisse in Japan werden sekundäre Auswirkungen haben auf den Energiesektor in unseren Breitengraden», prophezeite Verwaltungsratspräsident Hans Kuntzemüller an der 103. Generalversammlung der Aktionäre, welche in Laufenburg durchgeführt wurde.

Und Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung, doppelte nach: «Es handelt sich um eine Katastrophe mit noch unabsehbaren Folgen. Eine konkrete Einschätzung der Lage ist nicht möglich, aber dennoch ist bei uns keine überstürzte Hektik angebracht.»

Ökologische Produktion von Strom

Die EDH richtete ihren Fokus nach wie vor auf die ökologische Produktion und die effektive Nutzung von Strom. Denn im Zeichen der Versorgungssicherheit der Kundschaft sei die nachhaltige Nutzung der Wasserkraft und deren Ausbau das erklärte Ziel, auf welches Energiedienst täglich hinarbeite, wie es an der Aktionärsversammlung hiess. Indem Ressourcen geschont würden, übernehme das Unternehmen Verantwortung für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft kommender Generationen. «Wir sind schon über 100 Jahre erfolgreich, vor den nächsten 100 Jahren soll uns deshalb nicht bange sein», betonte Verwaltungsratspräsident Hans Kuntzemüller.

Das Geschäftsjahr 2010 war für die EDH geprägt vom wirtschaftlichen Aufschwung im deutschen Absatzgebiet. Mit einer Strommenge von mehr als 7870 Millionen Kilowattstunden (kWh) erreichte der Stromabsatz wieder das Niveau vor der Wirtschaftskrise, denn der Aufschwung hatte zur Folge, dass Kunden aus Haushalt und Industrie mehr Energie beanspruchten.

Das Unternehmen vermochte 2010 seine Gesamtleistung um 6 Prozent von 766 auf 813 Millionen Euro zu steigern. Das Betriebsergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 6 auf 104 Millionen Euro, womit die EBIT-Marge (Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern) unverändert bei 12,8 Prozent lag.

Neues Kraftwerk – ein Meilenstein

Das Hauptaugenmerk richtete sich voriges Jahr bei der EDH auf das Kraftwerk Rheinfelden, wo im Juni die erste Turbine die Stromproduk-
tion aufnehmen konnte. Das neue Kraftwerk ist ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens, und mit dem Abschluss der Bauarbeiten wird die Leistung des Werks rund 100 Megawatt (MW) betragen, im Vergleich zu den 25 MW des inzwischen rückgebauten alten Kraftwerks Rheinfelden.

Als weitere Höhepunkte erwähnte der Verwaltungsratspräsident den Baubeginn für das neue ED-Bürohaus in Rheinfelden, die Überschreitung der Schwelle von einer Milliarde Kilowattstunden beim Verkauf von Ökostrom an Geschäftskunden durch die Naturenergie AG sowie den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Kraftwerkbaustelle.

Die 152 an der Generalversammlung beteiligten Aktionärinnen und Aktionäre hiessen sämtliche Anträge des Verwaltungsrats gut sowie die vorgeschlagene Gewinnverteilung.