Fachgeschäfte im Fricktal
Die Kassen klingeln immer später – weil die Kunden noch nicht in Weihnachtsstimmung sind

Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Fachgeschäfte die wichtigste Zeit des Jahres – dieses Jahr allerdings ist es später angelaufen als in den Vorjahren.

Marc Fischer
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Jacqueline Pfenninger, Filialleiterin von Amsler Spielwaren in Eiken, präsentiert Trauffer-Holzspielwaren, die dieses Jahr bei den Kunden gefragt sind.

Jacqueline Pfenninger, Filialleiterin von Amsler Spielwaren in Eiken, präsentiert Trauffer-Holzspielwaren, die dieses Jahr bei den Kunden gefragt sind.

Dennis Kalt

Süsser die Kassen nie klingeln, als zu der Weihnachtszeit. So könnte man, in Abwandlung eines beliebten Weihnachtslieds, die Wichtigkeit des Weihnachtsgeschäfts für die Fricktaler Fachgeschäfte beschreiben. «Für uns ist es die Hauptverkaufszeit», sagt etwa Ruth Hartmann von der Fläschehals Martin Hartmann AG, die Weine und Spirituosen, aber auch Delikatessen anbietet. Deshalb ist in der Fricker Filiale im Dezember auch jeweils eine spezielle Geschenkecke eingerichtet.

Auch Uhren, Schmuck, Spielzeug oder Papeterieartikel sind rund um Weihnachten gefragt. Dieses Jahr allerdings ist das Weihnachtsgeschäft später angelaufen als sonst. Dies zeigt eine Umfrage bei verschiedenen Fricktaler Geschäften. «Ich bin schon lange im Job», sagt etwa Claude Rihs vom Uhren- und Schmuckgeschäft Rihs & Zander in Rheinfelden, «aber dieses Jahr sind die Kunden später dran als sonst.» Auch Hans-Peter Jäger, der in Rheinfelden und Frick Papeterien führt, und Sybille Bachmann vom Spielwarengeschäft Binkert in Frick haben diese Beobachtung gemacht. «Es wird jedes Jahr später. Jetzt hat das Geschäft aber verhalten angezogen», so Jäger.

Anstieg in den letzten Tagen

Gar von einem merklichen Anstieg in den letzten Tagen spricht Marcel Amsler von der Amsler Spielwaren AG. Die Firma mit Sitz in Schupfart führt schweizweit acht Filialen – unter anderem in Eiken und Möhlin. Die letzten Tage seien besser gewesen als im Vorjahr, so Amsler weiter. Und: «In einzelnen Filialen machten wir letzte Woche zehn Prozent des Jahresumsatzes.»

Woran es liegt, dass die Kunden ihre Weihnachteinkäufe immer später tätigen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Eine Begründung ist etwa die Kalender-Konstellation in diesem Jahr. «Der 24. Dezember ist ein Sonntag. Viele Leute arbeiten also auch noch die ganze kommende Woche», sagt etwa Claude Rihs. So komme erst spät Weihnachtsstimmung auf. Andere vermuten, dass sich der Trend hin zu den Last-Minute-Käufen so oder so verstärkt. «Die Menschen sind sich im Smartphone-Zeitalter gewohnt, dass sie alles spontan organisieren können», so Marcel Amsler.

Heiratsantrag zu Weihnachten

Gerade bei den Spielwaren sei es aber von Vorteil, rechtzeitig einzukaufen, so Amsler. Der absolute Renner in diesem Jahr, ein interaktives Kugelbahnsystem, sei schon fast überall ausverkauft, da die Produktion nicht mit der Nachfrage Schritt halten konnte. Weiter im Trend sei dieses Jahr Holzspielzeug aus Schweizer Fabrikation, so Amsler. Sybille Bachmann hebt die grosse Nachfrage an sogenannten Hatchimals – interaktive, selbstschlüpfende Fantasiefiguren – hervor.

Einen anderen Trend hat Claude Rihs ausgemacht: «Wir hatten eine grosse Nachfrage im Hochzeitsbereich.» Verlobungsringe etwa stünden hoch im Kurs. «Viele wollen dieses Jahr anscheinend an Weihnachten oder spätestens an Silvester ihrem Partner oder ihrer Partnerin einen Heiratsantrag machen.»

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