Frick

Die Isolierstation für Asylsuchende nimmt den Betrieb wieder auf

Pia Maria Brugger und Stephan Müller vom kantonalen Sozialdienst bei der Inbetriebnahme der Isolierstation im Frühling.

Pia Maria Brugger und Stephan Müller vom kantonalen Sozialdienst bei der Inbetriebnahme der Isolierstation im Frühling.

Der Kanton hat die Station im ehemaligen A3-Werkhof in Frick am Mittwoch hochgefahren. Die ersten acht Personen wurden bereits verlegt.

Der Kanton fährt die Corona-­Isolierstation im ehemaligen A3-Werkhof in Frick per sofort wieder hoch. Dies teilte der Kanton am Mittwoch mit. Untergebracht werden in der Unterkunft Personen aus dem Asylbereich, die coronabedingt in Quarantäne oder in Isolation müssen.

Mit dieser Massnahme will der Kanton das Ansteckungs­risiko in den Asylunterkünften verringern. Bislang wurden Verdachtsfälle und positiv getestete Personen jeweils in den bestehenden Asylunterkünften isoliert.

Zehn positiv getestete Personen

Am Mittwochnachmittag haben bereits die ersten acht Personen die Isolierstation bezogen, am Donnerstag folgen laut Maria Gares vom Departement Gesundheit und Soziales zwei weitere Personen. Maximal bietet der ehemalige A3-Werkhof, der bis im Frühling drei Jahre lang als kantonale Asylunterkunft genutzt wurde, Platz für 50 isolierte Personen.

Insgesamt gab es in Aargauer Asylunterkünften zwischen dem 19. und dem 28. Oktober zehn positiv auf Covid-19 getestete Personen. «Aktuell befinden sich rund 30 Personen über verschiedene Unterkünfte verteilt in Quarantäne und zehn Personen in Isolation», sagt Gares.

Zivilschutz kann diesmal nicht aufgeboten werden

Erfahrungen mit dem Betrieb der Isolierstation hat der Kanton bereits im April und Mai gesammelt. Damals stand unter anderem die Zivilschutzorganisation Oberes Fricktal im Einsatz und übernahm die Zutrittskontrolle sowie die Verpflegung der Asylsuchenden.

Der Einsatz des Zivilschutzes ist diesmal allerdings nicht möglich, da der Zivilschutz nur bei einer kantonalen Notlage aufgeboten werden kann. «Aufgrund der Erfahrungen in den zwei ersten Betriebsmonaten April und Mai kann auf die Zutrittskontrolle bei der Einfahrt zum Werkhofareal verzichtet werden», sagt Gares. Der Zutritt zum Gebäude werde durch den beauftragten Betreuungsdienstleister kontrolliert.

Wiederinbetreibnahme kommt nicht überraschend

Die Verpflegung kommt von einem lokalen Caterer, die medizinische Betreuung wird durch Gesundheitsfachpersonen sichergestellt, die bereits im Frühling im Einsatz waren und den Betrieb kennen. Die Besuche des Pflegepersonals erfolgen dabei einmal pro Tag. «Bei Bedarf wird die Frequenz auf zwei bis drei Besuche pro Tag erhöht, je nach Gesundheitszustand der Personen», so Gares. Aufgrund der Erfahrungen im Frühjahr rechnet der Kanton mit Kosten von rund 22'000 bis 27'000 Franken pro Woche.

Für die Gemeinde kommt die Wiederinbetriebnahme «angesichts der aktuellen Situation nicht überraschend und entspricht der Vereinbarung zwischen Kanton und Gemeinde», sagt Gemeindeschreiber Michael Widmer. Der Kanton habe für die Umnutzung des ehemaligen Werkhofs als Isolierstation ein Baugesuch eingereicht. Dagegen gingen laut Widmer keine Einwendungen ein.

Vertrauensvoller Austausch zwischen Partnerorganisationen

Der Gemeinderat hat inzwischen die Baubewilligung erteilt. «Diese sieht eine zeitliche Beschränkung der Nutzung als Isolierstation für die Dauer der Coronapandemie, längstens jedoch bis am 31. Dezember 2022 vor», sagt Widmer.

Der Fricker Gemeindeschreiber ist überzeugt, dass der Betrieb «wiederum professionell erfolgt und alle einbezogenen Partnerorganisationen konstruktiv zusammen arbeiten». Dies war bereits im Frühling der Fall. «Der Betrieb der Isolierstation tangierte weder die Gemeinde als Organisation noch die Bevölkerung negativ, zumal Personen aus dem Asylbereich, die der Isolierstation zugewiesen werden, das Gelände nicht verlassen dürfen», sagt Widmer.

Wie schon bei der Nutzung des Werkhofs als Grossunterkunft sei in der ersten Betriebsphase «ein vertrauensvoller Austausch zwischen dem Kantonalen Sozialdienst, der Gemeinde, der Polizei, der Feuerwehr und weiteren Partnerorganisationen» gepflegt worden.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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