Gebannte Stille herrschte unter den zahlreich erschienenen Besuchern, die sich kurz nach 19 Uhr auf dem kleinen Stück Wiese gleich hinter dem mit dem klangvollen Namen «Feuerstube» versehenen Festbeizli, versammelt hatten. Würde es dem «Feuermacher» alias Thomas Humbel gelingen, nach der alten aus Afrika überlieferten Methode des Feuerbohrens ein Feuer zu entfachen?

Nur einen kurzen Moment, nachdem Humbel zum Brett aus Ahorn, Bogen beziehungsweise Bohrer aus Linde und etwas Brennmaterial gegriffen hatte, begrüssten die Gäste die lustig züngelnden Flammen mit anerkennendem Applaus. Gleich darauf wurde auch das Geheimnis gelüftet, welche künstlerischen Bijous sich unter den schützenden Plastikhüllen verbargen. Es waren zum einen Erzeugnisse aus der Keramikschule von Mathies Schwarze. Zum andern war es jedem offen gestanden, Selbstgefertigtes aus Ton von zu Hause zum Brennen mitzubringen. «Der Feldbrand», so Katja Stucki, selbst Schülerin von Schwarze, «soll auch zum Zusammensein und zur Gemeinschaftspflege beitragen.»

Temperatur von 800 bis 900 Grad

Gut ein halbes Dutzend Feuer brannten innert kurzer Zeit und entwickelten Temperaturen zwischen 800 bis 900 Grad analog zur Temperatur, die in den üblichen Brennöfen herrscht.

Bei der, an die tausend Jahre alten, aus Afrika überlieferten Tradition des Feldbrandes bilden sich an der Oberfläche der Produkte – anders als im Ofen, wo sie einfach weiss respektive hell bleiben – faszinierende Strukturen und färben sich dunkel. Das Feuer ist nicht offen, sondern die Gegenstände werden immer wieder sorgfältig mit Stroh (die Afrikaner verwendeten dazu Reisstroh) zugedeckt.