Mit «Riverdance» kam Mitte der 1990er-Jahre die Welt mit einem noch unbekannten Tanzstil in Berührung: Stepptanz aus Irland mit einer grossen Zahl an Tänzern, deren Beine synchron über die Bühne wirbeln, deren Oberkörper aber bewegungslos bleiben.

Irischer Stepptanz zog sich auch wie ein roter Faden durch die Show in Laufenburg. Er bildete die Klammer einer Darbietung, die Choreograf Liam Caputo weiterentwickelt hat zu einem Stilmix, der alles enthält – vom klassischen Ballett übers Musical bis hin zum Hip-Hop. Slapstick und Clownerien gab es obendrein. Das Laufenburger Publikum ging bei allen Programmpunkten begeistert mit – klatschend, staunend, träumend und lachend.

Diese grosse Bandbreite an Emotionen bot das Programm, das mit einem afrikanischen Voodoo-Maskentanz startete. Doch nicht alle Nummern zeichneten sich durch üppige Farbenpracht aus. Es gab auch Darbietungen der leisen Art zu sehen, innigen Paartanz in Kombination mit Akrobatik, den die Zuschauer immer wieder mit Szenenapplaus belohnten.

Der weltschnellste Stepper

Beeindruckend waren die rasanten Abgänge der Künstler und die fliegenden Kostümwechsel hinter der Bühne. Denn so immens wie der Stilmix der Show ist auch deren Fülle an Outfits – passend zu Michael Jacksons Grusel-Nummer «Thriller» ebenso wie zu «Fluch der Karibik» und «Dirty Dancing». So faszinierten nicht nur die Tanznummern, sondern auch die berühmte Musik aus den jeweiligen Szenen.

Omnipräsent in der Show ist dabei Liam Caputo, der in verschiedenen Rollen über die Bühne steppte – als Captain Jack Sparrow und als Gangster Al Capone. Der gebürtige Italiener wurde dabei seinem Image als weltschnellster Stepper gerecht. Und er bewies, dass man Stepptanz so und so inszenieren kann – klassisch oder modern, in der Gruppe oder als Solo-Nummer.

Als Solo-Nummer begann auch der Auftritt von Patrick Gutensohn, der als kindlicher Müllmann zunächst mit dem Publikum Spässe trieb. Doch wer glaubte, er habe nur Quatschmacher-Qualitäten, irrte sich. «Guti», wie er mit Künstlernamen heisst, zeigte als Trommler und herumwirbelnder Breakdancer weitere Qualitäten, die in der Laufenburger Stadthalle für Begeisterung sorgten.

In «Night oft the Dance» stehen das Ensemble und deren perfektes Zusammenspiel im Vordergrund. Doch am Ende der Show wurden sämtliche Künstler auch namentlich vorgestellt. Jeder nutzte die Aufmerksamkeit für einen spontanen Solo-Auftritt. Sie verstanden es als Dankeschön an das Laufenburger Publikum, das in der Stadthalle stehend Beifall gab. Bei so viel Einsatz wollte die Truppe Laufenburg dann auch nicht ohne Zugaben verlassen.