In der Rheinfelder Marktgasse herrschte festliche Stimmung. Zwischen den Häuserzeilen hallten die Klänge der Trommler- und Pfeiferformation Grainfield Fife and Drum Corps, die in prächtigen Kostümen und mit wehenden Fahnen Aufsehen erregte.

Im Gleichschritt der rassigen Marschmusik folgten die Rheinfelder Feuerwehr, der Rheinrettungsdienst und die Jugendfeuerwehr. Hinter dem Aufzug schnaubten vier behäbige Zugpferde der Brauerei Feldschlösschen, welche aber nicht ihren gewohnten Bierfuhrwagen, sondern die restaurierte Magirusdrehleiter mit Jahrgang 1929 zogen.

Vor 86 Jahren hatte die Stadt diese erste Drehleiter für rund 10 000 Franken bei Magirus in Ulm angeschafft, welche bis 1970 im Dienste der Feuerwehr stand und durch eine motorbetriebene mechanische Leiter ersetzt wurde.

Fast 50 Jahre im Dienst

In prunkvollem Rot und total revidiert folgte die erste fahrende Motorspritze des Fricktals, die für 30 000 Franken angeschafft worden war und von 1938 bis 1985 bei der Rheinfelder Feuerwehr im Dienst stand.

Liebevoll trägt sie den Kosenamen «Grossmutter» und diente zuletzt als Mannschaftstransporter. Eine neue Zeitrechnung startete 1982, als die erste Autodrehleiter Einzug hielt, mit welcher der zwei Mann fassende Korb bis auf 30 Meter Höhe gehievt werden konnte. Von 1996 bis 2012 übernahm die Feuerwehr Frick das Gefährt und Rheinfelden schaffte sich für 1,2 Millionen Franken die nächste Generation an.

Mit Blaulicht und Sirene fuhr nun zwischen den spalierstehenden Feuerwehrleuten das neueste Erzeugnis – wiederum von Magirus – am Festplatz zur Einweihung heran. Hanspeter Sauter von Magirus in Hendschiken lobte die ausgezeichnete Zusammenarbeit und die hohe fachtechnische Kompetenz unter der Leitung von Vizekommandant Carlo Wernle, der während zweier Jahre die Beschaffungskommission leitete. Er überreichte Stadtrat Walter Jucker ein Feuerwehrsignalhorn.

Teil des Höhenrettungskonzepts

Jucker, der selber 20 Jahre Feuerwehrdienst geleistet hat, betonte, dass nur mit Drehleitern ein Altstadtbrand in drei Dimensionen beherrscht werden könne. Das knapp eine Million Franken kostende Rettungsgerät wird zur Hälfte subventioniert und ist Bestandteil des Aargauer Höhenrettungskonzepts, welches flächendeckend 12 Standorte umfasst, erklärte Kommandant Gebhard Hug.

Das hochmoderne Rettungsgerät wiegt 16 Tonnen und ist mit einem fünfteiligen Leiterpaket auf 32 Meter ausfahrbar. Der Rettungskorb für vier Mann ist an einem 3,5 Meter langen Gelenkarm angebracht und mit einem fixen Wasserwerfer ausgestattet.