Der Terminkalender von Arzt Beat Rickenbacher ist derzeit voll. «Wir haben viel zu tun», sagt er. Mit ein Grund: Die Grippewelle rollt auch durch das Fricktal. Schon in der Weihnachtswoche wurde der Schwellenwert für eine Epidemie in der Schweiz überschritten. Das heisst es in einer Mitteilung des Bundesamts für Gesundheit (BAG) von dieser Woche.

Seither ist die Anzahl Fälle noch weiter gestiegen. «Die Fälle haben in der letzten Woche deutlich zugenommen», sagt Rickenbacher. In seine Gemeinschaftspraxis in Rheinfelden kommen inzwischen täglich zwischen 10 bis 15 Personen mit Grippesymptomen.

Rickenbacher hat deshalb den Eindruck, die Grippewelle sei dieses Jahr stärker als im vergangenen Jahr. Auch in die Praxis von Denise Martin in Gipf-Oberfrick kommen in diesen Tagen vermehrt Patienten mit Symptomen wie Schnupfen, Hals-, Kopf- oder Gliederschmerzen und Fieber. «Richtig angerollt ist das ganze nach Weihnachten. Viele haben sich wohl über die Feiertage angesteckt», sagt Martin.

«Lieber zu Hause bleiben»

Erschwerend kommt in diesem Jahr hinzu, dass die Impfung nur bedingt wirkt. Verursacher der Grippe sind nämlich in den meisten der bisher untersuchten Fälle Viren des Influenza-Typs B. «Deshalb sind nur die mit dem Vierfach-Impfstoff Behandelten optimal geschützt», erklärt Beat Rickenbacher. Aber nur rund die Hälfte der in der Schweiz geimpften Personen erhalten diesen Impfstoff. Viele Ärzte verwenden den Dreifach-Impfstoff, der das aktuell zirkulierende Virus nicht abdeckt.

Die Grippewelle werde wohl noch einige Tage bis Wochen andauern, sind sich die Fricktaler Ärzte einig. Verhaltenstipps haben sie vor allem für jene, die bereits unter Grippesymptomen leiden. «Lieber zu Hause bleiben. So gibt man dem eigenen Körper Zeit, sich zu erholen, und steckt niemanden an», sagt Martin. Und auch Rickenbacher empfiehlt: Erst nach einem fieberfreien Tag wieder zur Arbeit gehen.