Kaisten
Die Grill-Saison kann kommen, die Kaister Chriesibaum-Kohle ist bereit

In diesen Tagen wird der Kohlenmeiler bei Forsthaus Esplen ausgepackt. Nicht nur im Herbst bei der eigentlichen Köhlerei war Köhlerin Doris Wicki anwesend. Auch beim Abfüllen der rund 500 Säcke Chriesibaum-Kohle packt sie tüchtig mit an.

Susanne Hörth
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Helfer sind gemeinsam mit Köhlerfachfrau Doris Wicki am Verpacken der Kaister Chriesibaum-Kohle. sh

Helfer sind gemeinsam mit Köhlerfachfrau Doris Wicki am Verpacken der Kaister Chriesibaum-Kohle. sh

Ihre Gesichter sind russgeschwärzt, die Hände ebenso. Gemeinsam mit der Entlebucher Köhlerin Doris Wicki sind seit gestern Donnerstagmorgen rund zehn Helfer inklusive Mitarbeiter des Forstteams dabei, beim Forsthaus Esplen in Kaisten Kohlen in Säcke zu schaufeln.

Nicht irgendeine Kohle, sondern reine Kaister Kirschbaumkohle. Im Spätherbst hat sich der kurz vor der Pension stehende Gemeindeförster Ernst Furler zum Abschied seiner fast 40-jährigen beruflichen Tätigkeit für die Gemeinde Kaisten eine Köhlerei gewünscht.

Sie mit tatkräftiger Unterstützung von Köhlerin Doris Wicki und vielen Helfern aus dem Dorf auch gleich umgesetzt. Den Moment des Auspackens des seit Mitte Oktober erloschenen Kohlemeilers wollte der mittlerweile pensionierte Ernst Furler natürlich nicht verpassen.

Obwohl er sich erst vergangene Woche einer Hüftoperation hat unterziehen müssen, war er am Donnerstagmorgen mit Krücken beim Meilerplatz anzutreffen.

Wenn sie das Auspacken eines Meilers schon vielfach erlebt hat, so ist es für Köhlerin Doris Wicki gleichwohl jedes Mal ein spannender Moment. «Ich sehe ja während des Verkohlungsprozesses nie in das Innere des Meilers.»

In Kaisten zeigt sie sich am frühen Donnerstagnachmittag, mittlerweile sind schon rund 240 Säcke à 6 bis 7 Kilogramm Chriesibaumkohle abgepackt, sehr zufrieden.

Der Verkohlungsprozess sei rundum gelungen. «Das ist auch ein Zeichen des guten Schichtens des Holzes», windet sie allen Beteiligten ein Kränzchen.

Während einige Helfer – unter ihnen auch André Schraner, der Mettauertaler Förster und OK-Präsident der Mettauertaler Köhlerei 2014 – am Kohle Schaufeln sind, beschäftigen sich andere mit dem Sieben der Löschi.

Löschi ist mehrere Hundert Jahre alt

Mit diesem angefeuchteten Kohlestaubgemisch wird jeweils der Meiler vor dem Anzünden ummantelt. Die Löschi wird, so Doris Wicki, immer wiederverwendet. Jene 17 Kubikmeter Löschi in Kaisten sind bereits mehrere Hundert Jahre alt.

Als Wickis Familie 1977 wieder mit der Köhlerei begonnen hat, wurde das Material an einem ehemaligen Köhlerplatz ausgegraben. «Kohle verrodet nicht», erklärt die Köhlerfachfrau.

Insgesamt dürfte der Meiler beim Forsthaus rund 400 bis 500 Säcke hergeben. Heute Freitag und morgen Samstag wird beim Forsthaus noch eine Festwirtschaft bis jeweils 22 Uhr geboten.

Die abgepackte Kohle à 20 Franken pro Sack kann während dieser Zeit und während der nächsten Wochen auf telefonische Voranmeldung beim Forstteam (079 657 47 26) gekauft werden.

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