Fricktal
Die Graureiher nehmen die Einladung an Teichen gerne an

Er ist der zweitgrösste einheimische Vogel nach dem Storch: Der Graureiher, umgangssprachlich auch Fischreiher genannt. In privaten Fischteichen ist er für viele ist er ein unerwünschter Gast.

sandra bös
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Ein Graureiher auf Futtersuche in einem TeichAZ (Archiv)

Ein Graureiher auf Futtersuche in einem TeichAZ (Archiv)

Etwa die Hälfte aller Graureiher bleibt den Winter über in der Schweiz. Die anderen zieht es entweder nach Südfrankreich und teilweise bis nach Spanien. Für diejenigen, die in der Schweiz bleiben, ist der Winter keine leichte Zeit.

«Die Graureiher ernähren sich vor allem von Mäusen und Fischen. Wenn sie im Winter eine Maus finden, haben sie Glück. Fische zu finden, ist ebenfalls nicht einfach, da viele Seen und andere Gewässer zugefroren sind», weiss Biologe Matthias Kestenholz von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Genau aus diesem Grund werden immer wieder Menschen, die einen eigenen Weiher oder Teich im Garten haben, von Graureihern überrascht, die sich über die Fische hermachen. «Für sie ist ein solcher Teich wie eine Einladung», so Matthias Kestenholz.

Es gäbe nur zwei Dinge, die man gegen den lästigen Besucher machen könne. Entweder man spanne ein Netz über das Gewässer oder man bepflanze den Garten so eng, dass er für die Graureiher zu unübersichtlich wird. «Diese Vögel haben ein sehr grosses Sicherheitsbedürfnis. Wenn ein Graureiher sieht, dass der Garten stark bepflanzt ist und er keinen freien Fluchtweg hat, beispielsweise vor einer Katze, wird er diesen Garten wahrscheinlich meiden. Wer dies wünscht, sollte seinen Garten zum Beispiel mit ganz vielen Sträuchern bepflanzen».

In der Natur der Vögel

Familie Stooss kennt dieses Problem sehr gut. Ihr Gartenrestaurant mit eigenem Angelteich in Sulz wird immer wieder von Fischreihern aufgesucht. «Wir haben einen Teich für unsere Zuchtfische. Dieser ist immer mit einem Netz zugedeckt, damit die Graureiher nicht an die Fische kommen. Zudem besitzen wir noch einen zweiten, grösseren Teich, indem unsere Besucher ihre eigenen Forellen angeln dürfen. Hier ist es uns natürlich nicht möglich, ein Netz drüber zu spannen», erklärt Murielle Stooss.

Kommen die Vögel am Tag zum Angelteich, werden sie von Familie Stooss’ Hund und manchmal auch von Besuchern verjagt. «Im Sommer sind die Graureiher ein grösseres Problem. Es wird früh hell, und während bei uns noch alles schläft, können sie sich ungestört an unseren Fischen bedienen», bedauert Murielle Stooss.

Dass die Graureiher sich schnell an Menschen gewöhnen, sei ebenfalls ein Problem. Irgendwann liessen auch sie sich nicht mehr richtig verscheuchen. Die unerwünschten Besuche der Graureihe bedeuten für Familie Stooss einen Verlust. Trotzdem ist Murielle Stooss der Meinung, dass das Fischen in der Natur dieses Vogels liegt und man dies als Mensch zu akzeptieren hat.

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