Die jährlich erscheinende «Mumpfer Fähri» wird es in der heutigen Form nicht mehr geben. Das bedeutet, dass bereits auf das Jahr 2014 nicht mehr in gewohnter und gedruckter Form mit Wort und Bild zurückgeblickt werden kann. Der Entscheid dazu fiel anfang Jahr, erklärt der Mumpfer Gemeindeschreiber Reto Hofer.

Ein Grund für die Einstellung der Chronik, zumindest in ihrem heutigen Auftritt, sind auch die rückläufigen Verkaufszahlen. Diese sind letztlich ausschlaggebend für den Erhalt einer auch immer mit Herstellungskosten verbundenen Publikation.

Geschichtliche Aspekte

Nicht nur Begebenheiten aus dem zurückliegenden Jahr hat das Redaktionsteam unter Leitung von Edi Schmid vor der Vergessenheit bewahrt. Seit 15 Jahren – so lange gibt es die Jahresschrift bereits – werden auch jeweils geschichtliche Themen aus dem Dorf aufgegriffen. Diese Kapitel machen einen beachtlichen Teil in der «Fähri» aus. Ende letzten Jahres hat der Mumpfer Gerhard Trottmann eine umfassende Dorfgeschichte herausgegeben.

Im Zuge seiner weitreichenden Recherchen sind natürlich diese geschichtlichen Aspekte ebenfalls in sein Werk eingeflossen. Sie auch noch in der «Mumpfer Fähri» abzudrucken, macht wenig Sinn. Der Gemeinde und der Kulturkommission ist es jedoch ein Anliegen, die Schuld um die Einstellung der Jahreschronik in ihrer heutigen Form nicht einer einzelnen Person oder einer bestimmten Situation zuzuschreiben. Es ist vielmehr die Summe der sich verändernden Umstände. In diesem Sinne will man in Mumpf die Aufgabe der Mumpfer Fähri nicht einfach als Verlust, sondern vielmehr als Chance für etwas Neues betrachten.

Gerhard Trottmann als Autor der «Mumpfer Heimatkunde» bedauert die Einstellung der «Mumpfer Fähri» sehr, hat er doch jährlich einen Beitrag dazu verfasst. Gleichzeitig betont er: «Das geschichtliche Spektrum des Dorfes ist noch lange nicht ausgeschöpft.» Bereits ist der Mumpfer wieder auf Spuren- und Faktensuche rund um die Gemeinde. Hat dabei schon einiges, insbesondere auch Amüsantes entdeckt.

Vorstellung des Konzeptes

Bislang wurde die druckfrische «Mumpfer Fähri» am 1. Mai der Bevölkerung vorgestellt. Der Anlass ist jeweils auch der Beginn der Mumpfer Fähre-Saison. Die Fähre pendelt bis Ende September immer sonntags auf dem Rhein zwischen Mumpf und Bad Säckingen.

Auch wenn heuer an diesem 1. Mai keine Dorfchronik am Rheinufer präsentiert wird, darf sich die Bevölkerung sich dennoch auf einen spannenden Anlass freuen. «Wir sind zurzeit mit Volldampf daran, ein neues Konzept auszuarbeiten», erklärt Reto Hofer. Dieses neue Konzept wird die Kulturkommission am Eröffnungstag der Fähre-Saison der Bevölkerung präsentieren.