«Drinnen, Draussen: Dabei» ist nicht die erste Stadtgeschichte Rheinfeldens. Die Stadtgeschichten seien eigentliche Liebesgeschichten, betonte Stadtammann Franco Mazzi.

Zwei Vorgängerwerke gibt es: 1909 verfasste der damalige Stadtpfarrer Sebastian Burkhart eine Stadtgeschichte, 1961 folgte die Chronik von Karl Schib. Den akkuraten 52-Jahre-Rhythmus behielt Rheinfelden bei.

«Die neue Stadtgeschichte beleuchtet erstmals zusammenhängend die Geschichte der Stadt bis in die Gegenwart», so Walter Hochreiter, Leiter des Autorenteams.

Und Autorin Eva Gschwind doppelte nach: «In den vergangenen 50 Jahren hat sich Rheinfelden schneller verändert als je zuvor. Wir haben erstmals die Geschichte ab 1950 komplett dargestellt und bewertet.»

Autoren von aussen

«Drinnen, Draussen: Dabei» gilt aber auch für das Autorenteam. Walter Hochreiter, Claudius Sieber-Lehmann, Dominik Sieber, André Salvisberg und Eva Gschwind kommen von draussen und konnten so eine Aussensicht auf die Stadt werfen.

«Wir haben vor diesem Projekt noch nie in dieser Konstellation zusammengearbeitet», so Walter Hochreiter, «doch wir haben uns schnell zu einem Team zusammengefunden.» Eine Kommission «von drinnen» unter der Leitung von Gregor Spuhler begleitete das Autorenteam in seiner Arbeit.

«Wirkungsvoll und zurückhaltend», wie Stadtammann Mazzi betonte. Und so ist das Autorenteam mittlerweile selber «drinnen». Drinnen in der Geschichte Rheinfeldens. So tief vertraut mit der Vergangenheit der Stadt wie kaum jemand.

Und deshalb auch Teil Rheinfeldens. Kein Wunder wurden die fünf Autoren von Franco Mazzi mit der Wappen-Anstecknadel der Stadt geehrt.

Recherchen bis nach Innsbruck

«Drinnen, Draussen: Dabei» lässt sich auch auf die Arbeit der Autoren münzen. In einer Präsentation blickten die fünf Autoren auf die Entstehung der Stadtgeschichte zurück. Selbstverständlich forschten sie drinnen, in zahlreichen Archiven von Rheinfelden über Basel und Aarau bis Zürich und Innsbruck.

Doch auch draussen wurde recherchiert. Bei den Leuten auf der Strasse. «Wir machten Jagd auf Bilder und historischen Dokumenten», so Bildspezialist André Salvisberg. Und so sind auf den 336 gedruckten Buchseiten mehr als 200 Bilder dabei, viele davon wurden zum ersten Mal veröffentlicht.

Reiche Geschichte

«Drinnen, Draussen: Dabei» der Titel der Stadtgeschichte hat jedoch – selbstverständlich – auch einen inhaltlichen Hintergrund.

«Rheinfelden hatte über die Jahrhunderte wechselnde Zugehörigkeiten», erklärte Walter Hochreiter anlässlich der Vernissage, «das Städtchen war immer wieder bedroht, nach draussen zu fallen. Aber es hat sich immer wieder ein Dabei erarbeitet. Kaum eine Stadt hat eine derart so reiche Geschichte wie Rheinfelden.»

Und diese Geschichte ist nun in Worte gegossen, unterteilt in drei Textsorten: den eigentlichen Lauftext einerseits, thematische Längsschnitte beispielsweise über das Leben auf der Grenze oder das Wasser andererseits sowie Spotlights auf Personen des Alltags.