Nach einer so langen Zeit das Ende zu besiegeln, falle nicht leicht, sagte Präsidentin Ursula Jutzi am Donnerstag vor 20 Anwesenden in der Kulturwerk-Stadt in Sulz. Doch die Zeiten hätten sich geändert. Viele kulturelle und soziale Aufgaben übernehme heute der Staat.

Auch finanziell war das Aus wohl zwingend. Lebt der Verein doch schon seit Jahren von der Substanz. Über Einnahmen verfügt er keine und die Zinserträge auf das angelegte Vermögen von rund 109 000 Franken schrumpften auch immer mehr.

Bis 2002 kam durch die Herausgabe des Kulturspiegels Oberes Fricktal, einem jährlich erscheinenden Veranstaltungskalender, noch Geld herein. Doch mit dem Aufkommen des Internets versiegte auch diese Quelle.

Dagegen blieb die Zahl der Hilfsgesuche hoch. 2015 waren es so viele, dass gar nicht alle erfüllt werden konnten. Mit zusammen 16 000 Franken wurden Peter Bircher, der Verein fürenand Staffeleggtal, die Spielgruppe Heugümper Laufenburg, der Verkehrsverein Laufenburg, die Kultschüür Laufenburg, das Alterszentrum Bruggbach Frick und der Museumsverein Laufenburg unterstützt. Mit knapp 28 000 Franken fliesst indes der grösste Batzen ins Projekt «Mehr Bewegung für Kinder».

Geld geht an drei Einrichtungen

Abzüglich dieser Ausgaben bleiben der Gemeinnützigen Gesellschaft noch 63 000 Franken übrig. In den Genuss des Geldes kommen jetzt drei Einrichtungen zu je einem Drittel: die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde, die Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal und der Verein zur Altersbetreuung Oberes Fricktal. Die Versammlung stimmte damit der vom Vorstand vorgeschlagenen Verwendung des Restvermögens zu.

Karl Wehrli, vor Ursula Jutzi 18 Jahre lang Vereinspräsident, hatte zuvor um Zustimmung geworben. Bei den Empfängern handele es sich um vertrauenswürdige Einrichtungen mit langer Tradition. Wehrli begründete auch, warum die Zeit der Gemeinnützigen Gesellschaft seiner Ansicht nach abgelaufen ist. Der ursprüngliche Vereinszweck, die Linderung grosser sozialer Not, sei ein Relikt der Vergangenheit und heute nicht mehr aktuell. «Wir können ohne schlechtes Gewissen die Auflösung beschliessen», sagte Wehrli.

Vertreter der drei bedachten Einrichtungen bedankten sich bei der Versammlung für die Zuwendung – für die Fricktalisch-Badische Vereinigung Werner Brogli und Rudolf Steiner, für die Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal Katharina Hinnenberger und für den Verein zur Altersbetreuung Oberes Fricktal Bernhard Horlacher.

Das Team um Ursula Jutzi wird jetzt noch die 2015er-Rechnung abschliessen und die Vereinsakten voraussichtlich dem Staatsarchiv Aarau übergeben. Auf Antrag von Wehrli stimmten die Anwesenden dafür, dem «abgewählten» Vorstand noch einmal ein gemeinsames Abendessen zu gönnen – auch dafür reicht das Vereinsvermögen noch.