Der Verein «Erhalt Buech!» kämpft gegen eine Deponie für sauberen Aushub im Gebiet Buech zwischen den Gemeinden Herznach und Ueken. Mitglieder und Interessierte hält er mit regelmässigen Newslettern und Einträgen auf dem Laufenden – und lässt in der aktuellsten Ausgabe Dampf ab. «Es scheint ganz so, als betrachten die wirtschaftlichen und politischen Vertreter nach wie vor die Bevölkerung als nicht mündig genug, um an dieser Diskussion teilzunehmen. Von offener Kommunikation gegenüber unserem Verein als Stellvertreter der Betroffenen kann nach wie vor nicht gesprochen werden», heisst es.

Gespräche im Sommer

Grund für diese Aussagen: Während des Sommers hätten das Baudepartement, die beteiligten Gemeinden Herznach und Ueken sowie Vertreter des Planungsverbandes Fricktal Regio und der Betreiberin der Aushubdeponie Gespräche geführt, ohne den Verein einzuladen.

Laut Peter Kuhn, Sektionsleiter Abfälle und Altlasten bei der kantonalen Abteilung für Umwelt, handelte es sich bei den Gesprächen um eine Besprechung zum Standortevaluationsverfahren, das die Gemeinde Ueken vor Beginn der öffentlichen Anhörung zu den geplanten Richtplaneinträgen verlangt habe. Der Verein «Erhalt Buech!» habe nie um ein Gespräch gebeten, so Kuhn weiter. Zudem bekomme er in der öffentlichen Anhörung die Möglichkeit, seine Sichtweise anzubringen. «Allenfalls werden wir danach das Gespräch suchen», stellt Kuhn in Aussicht.

Peter Schlappritzi, Vize-Präsident des Vereins, räumt auf Nachfrage der az ein, dass «nie ein offizieller Gesprächswunsch eingegeben» wurde. Aber: «Beim Kanton wissen sie, dass wir aktiv und interessiert sind.» Der Kanton sei aber «auf den Zug der Unternehmer aufgesprungen, die unbedingt eine Deponie im Fricktal wollen».

Anhörung startet im Herbst

Nun, der Verein «Erhalt Buech!» wird schon bald die Gelegenheit erhalten, seine Argumente einzubringen. Denn der aktuelle Planungsstand sieht laut Peter Kuhn vor, dass die öffentliche Anhörung zu den geplanten Richtplaneinträgen Ende Oktober oder Anfang November gestartet wird. Und zwar nicht nur für das Gebiet Buech – sondern auch für die möglichen Deponie-Standorte Breiti in Hornussen, Förlig in Bözen und Hersberg in Wegenstetten. «Der Start der Anhörung für die vier Standorte war stets gleichzeitig geplant», so Kuhn. Als erstes Projekt realisiert werden solle dann aber die Deponie Buech.

«Sistiert», wie es im Newsletter heisst, ist die Deponie Buech also keineswegs. «‹Sistiert› ist das falsche Wort, ‹verzögert› wäre richtig gewesen», so Peter Schlappritzi. «Die öffentliche Mitwirkung hätte ja eigentlich schon lange beginnen sollen.» Bereits im Newsletter macht der Verein auch klar, dass der Kampf gegen die Deponie Buech weitergehen wird. Der Verein werde die Mitglieder zur aktiven Teilnahme ermuntern und sie bei ihren Einsprachen tatkräftig unterstützen, heisst es darin. Und Schlappritzi betont: «Es kann nicht sein, dass eine solche Deponie die schöne Juralandschaft verschandelt.»

Zudem widerspreche sie dem Regionalgedanken. «Vergangenes Jahr waren drei Viertel des Aushubs, der im oberen Fricktal abgelagert wurde, aus dem unteren Fricktal oder den beiden Basel.» Dass Aushub aus dem unteren Fricktal im oberen Fricktal landet, bestätigt Peter Kuhn. «Dort wird eben mehr gebaut.» Aus den beiden Basel sei der Anteil aber eher klein.