Bad Säckingen
Die Gefahr für das Heilbad ist gebannt – jetzt kann man auch neben dem Wasser entspannen

Die Stadt und die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden haben sich geeinigt. Das Thermalbad ist gerettet.

Axel Kremp
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Die Zukunft des Thermalbads Aqualon in Bad Säckingen ist gesichert. zvg

Die Zukunft des Thermalbads Aqualon in Bad Säckingen ist gesichert. zvg

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Die Stimmung war gelöst und die Blicke waren erwartungsfroh in die Zukunft gerichtet, als Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl, der Direktor der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden, Rainer Blaser, und Volker Kull, der Geschäftsführer des Rehaklinikums, im Sitzungssaal des Rathauses einen Vertrag unterzeichneten, welcher der Stadt auf der einen Seite viel Geld kostet, der auf der anderen Seite aber auch den Status der Stadt als Heilbad sichert, das Thermalbad erhält und das benachbarte Rehaklinikum stabilisiert. Die Rede ist vom Betrauungsakt für das Thermalbad Aqualon.

Der jetzt unterzeichnete Vertrag beendet einen Zustand der Rechtsunsicherheit und darf zugleich als eine Art Friedensvertrag zwischen Stadt und Stiftung bezeichnet werden. Zum Zerwürfnis war es gekommen, weil ein 2007 bei Übernahme des Bades durch die Stiftung geschlossener Vertrag mit der Stadt nach deren Auffassung nicht mit EU-Recht vereinbar war. In jenem Vertrag hatte sich die Stadt verpflichtet, 20 Jahre lang, also bis 2027, pro Jahr 600 000 Euro als Betriebskostenzuschuss zu bezahlen. Und zwar ohne Verwendungsnachweis und Beleg der Notwendigkeit.

600 000 Euro pro Jahr

Im Dezember 2015 stellte Bürgermeister Guhl die Zahlungen ein. Bald darauf kündigte die Stiftung an, das Thermalbad bis Ende des Jahres zu schliessen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Diese ist nun gefunden: Per Vertrag beauftragt die Stadt die Stiftung mit dem «Betrieb eines öffentlichen Mineralwasser-Thermalbads mit Innen- und Aussenbereich, einer öffentlichen Saunawelt, eines öffentlichen Naturschwimmbades und Räumen für Massage- und medizinische Trainingstherapie.»

Dafür erhält die Stiftung von der Stadt durchschnittlich 600 000 Euro pro Jahr an Ausgleichszahlungen. Und zwar rückwirkend ab dem 1. Dezember 2015 und zwei Jahre länger als der alte Vertrag, nämlich bis 31. Dezember 2019. Im Gegenzug hat sich die Stiftung zu weiteren Investitionen verpflichtet. Sobald der Vertrag rechtskräftig ist, wird die Stadt wieder bezahlen – rückwirkend ab Dezember 2015.

«Der Status von Bad Säckingen als Heilbad ist gesichert», freut sich Bürgermeister Alexander Guhl über die Einigung, die letztlich auch Arbeitsplätze sichere. Guhl sprach von einem «guten Tag für Bad Säckingen» und davon, dass alle Beteiligten nun in eine gute Zukunft schauen können. Die neuen Ortsschilder, auf denen auf das Heilbad hingewiesen wird, seien bereits bestellt. Sie sind Teil einer Marketing-Offensive, die Guhl für Bad Säckingen als zweitgrösste Tourismusgemeinde im Landkreis in Aussicht stellte.

Rainer Blaser, der Direktor der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach und Baden, sprach von einer vertrauensvollen Basis, auf der die Gespräche geführt worden seien. Blaser bestätigte, dass die Stiftung nun noch einmal kräftig in das Thermalbad investieren werde. Weitere acht Millionen Euro, so sagte Blaser, wolle die Stiftung bis 2019 in jene Bereiche des Aqualons investieren, für die der Betrauungsakt abgeschlossen wurde.