Sulz
Die Gefahr der Ladenschliessung ist nicht vom Tisch

Den Dorfladen-Betreibern weht ein harter Wind um die Uhren. Die Mobilität der Menschen auf der einen Seite, das stetig wachsende Angebot an Grossverteilern und Discountern auf der andern, hat das Kaufverhalten der Leute massiv verändern lassen.

Susanne Hörth
Drucken
Volg Sulz

Volg Sulz

AZ

Liegt dann ein Laden nah an der Grenze zum «günstigen» Deutschland, wird es besonders schwer. Das hat Monika Winter, Inhaberin des Sulzer Dorfladens gerade in den ersten Monaten dieses Jahres sehr deutlich zu spüren bekommen. Der tiefe Euro hat zu einer Einsatzbusse von gut 20 Prozent geführt.

Schwierige Jahre nach Investition

Wie weiter? Der Gedanke an eine Ladenschliessung setzte sich fest. «Wir haben dies auch der Gemeinde und der Bank mitgeteilt», so Monika Winter. Vor acht Jahren haben sie und ihr Mann in Sulz in ein neues Ladengebäude investiert. «Wer neu baut, muss diese Investition in den Folgejahren erst verdauen.

Ein grosses finanzielles Polster anzulegen, liegt nicht drin», so die Geschäftsinhaberin, die täglich bis zwölf Stunden für ihren Laden im Einsatz steht. Auch dann, wenn die Türen für die Kunden noch längst nicht geöffnet, beziehungsweise bereits geschlossen sind.

Apell im Dorfladen einzukaufen

Eine Schliessung steht zurzeit aber noch nicht an. «Meine Mitarbeiterinnen haben reagiert. Mit einem Schreiben an die Sulzer Bevölkerung appelliert, doch vermehrt im Dorfladen einzukaufen. Damit würden sie für den Erhalt des Ladens, aber auch den der Arbeitsplätze sorgen», schmunzelt Monika Winter und freut sich, dass das Schreiben Wirkung gezeigt hat. Die Bevölkerung kaufte wieder vermehrt im eigenen Dorf ein. Auch wenn der Euro zwischendurch nochmals eine Talfahrt erlebte, war dank des sensibilisierten Einkaufsverhaltens der Sulzer der Verlust nicht mehr so gross wie in den Anfangsmonaten des Jahres.

Die Schliessung ist aber noch nicht definitiv vom Tisch. Denn noch längst ist nicht alles im grünen Bereich, der Gewinn muss - um das grosse Warenangebot wie auch die Anstellung der Mitarbeiterinnen sicher zu stellen - noch grösser werden. Eine Massnahme sind die erweiterten Öffnungszeiten. Neu sind die von 6.30 (bisher 7) bis 12.15 und von 14 bis 19 Uhr. Samstags durchgehend von 6.30 bis 16 (vorher von 7 bis 15 Uhr). «Wir haben keinen Durchgangsverkehr. Über 90 Prozent unserer Kundschaft kommt aus dem Dorf selbst», erklärt Monika Winter, wie wichtig für den Fortbestand des Ladens die Treue der Sulzer ist.

Aktuelle Nachrichten