In einer Region, die sich entlang des Rheins von Kaiseraugst bis nach Schwaderloch erstreckt, ist es für den Fricktal Regio Planungsverband nicht immer einfach, die politischen Anliegen auf Anhieb auszumachen. Dies sagt Präsident Christian Fricker anlässlich der Fricktalkonferenz. Deswegen wurden die fünf strategischen Teilregionen gebildet. «Ein kleineres Gebilde macht es den geografisch nahe beieinander liegenden Gemeinden einfacher, einen gemeinsamen Nenner zu finden, als wenn sie sich bei der Lancierung und Realisierung von Projekten über das ganze Fricktal orientieren müssen», erklärt Fricker.

Für viele Gemeinderäte stellt dabei der Faktor Zeit die wesentliche Herausforderung dar, um den Motor der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden der Teilregionen am Laufen zu halten: Das Problem dabei sei, dass es das Milizsystem den Exekutiven schwierig mache, sich neben den laufenden Geschäften noch ausreichende Zeit für Aufgaben und Projekte auf regionaler Ebene zu nehmen.

Dies wurde an der Fricktalkonferenz auch an der Teilregion 3 – Wallbach, Mumpf, Obermumpf, Stein, Schupfart, Münchwilen, Eiken und Sisseln – deutlich. So haben sich die verschiedenen Gemeindevertreter einmal im letzten Jahr getroffen, etwas Konkretes oder ein gemeinsames Projekt sei aus diesem Treffen nicht entstanden.

Treffen schon seit 20 Jahren

In Teilregion 2 – Möhlin, Zeiningen, Zuzgen, Hellikon, und Wegenstetten – finden solche Treffen häufiger statt. «Zwei bis vier Mal im Jahr», sagt Kathrin Hasler, Gemeindeammann von Hellikon. Eine Bildung der strategischen Teilregionen ist dafür jedoch nicht nötig gewesen. «Solche Treffen zwischen den Gemeindevertretern aus dem Wegenstettertal und Möhlin finden bereits seit rund 20 Jahren statt.»

Ein gemeinsamer Nenner

Deutlich wurde jedoch an der Fricktalkonferenz auch, dass die Zusammenarbeit in diesen fünf kleinräumigen Gebilden einige Vorteile mit sich bringt: Es ist so um einiges einfacher, einen gemeinsamen Nenner zu finden, als wenn das über das ganze und heterogene Fricktal geschehen muss.

Ein Beispiel hierfür gibt Regine Leutwyler, Gemeindeammann von Gipf-Oberfrick. «Bei unseren Treffen kam das Thema Lastwagenverkehr über den Staffel- eggpass immer wieder auf. Dieser stösst vielen Gemeinden aus unserer strategischen Teilregion – und besonders den Gemeinden im Staffeleggtal – sauer auf.» Deswegen habe man zusammen eine Anfrage beim Kanton gestellt, ob man den Staffeleggpass für den Lastwagenverkehr sperren könne. «Leider jedoch ohne Erfolg», sagt Leutwyler.

In der Teilregion 5 – Kaisten, Laufenburg, Gansingen, Mettauertal und Schwaderloch – beschränken sich die Treffen der einzelnen Regionen bisher nur auf den Informationsaustausch. «Ein Thema, das bei uns immer wieder auftauch, ist das Thema Fusion», erzählt Rolf Häusler, Gemeindeammann von Schwaderloch. Auch, dass einige Personen in den Gemeinden Liegenschaften kauften und heruntergekommene Zimmer an Flüchtlinge vermieten, sei oftmals zur Sprache gekommen.

Franco Mazzi, Stadtammann von Rheinfelden, berichtet, dass es in der Teilregion 1 – Rheinfelden, Kaiseraugst, Olsberg und Magden – bereits zu einer Institutionalisierung durch die Schaffung des Verkehrssymposiums gekommen ist. «An diesem diskutieren nicht nur Gemeindevertreter aus dem Fricktal über Massnahmen für das Management der zunehmenden Verkehrsströme, auch Behördenvertreter aus Deutschland sind dabei.»