Eine Tracht zu tragen, bedeutet nicht, nur Freude und Gefallen daran zu haben. Trachtenträgerinnen und -träger bekunden damit auch ihre Zugehörigkeit zu ihrer engeren Heimat, zu einem Ort oder Tal. Viele Frauen greifen auch heute noch selber zu Nadel und Faden und stellen unter kundiger Anleitung einer Trachtenschneiderin ihre eigene Tracht in unzähligen Arbeitsstunden selber her. Wer sich mit Handarbeiten auskennt, weiss darum den Wert einer Tracht besonders zu schätzen.

Die Trachtengruppe Oberhof-Wölflinswil wurde vom KantonalenTrachtenverband bereits zum zweiten Mal angefragt, eine Trachtenbörse im Fricktal durchzuführen. Es gibt viele Trachten, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr getragen werden. Besonders die Kinder wachsen schnell aus ihnen heraus. So nutzten nicht nur Erwachsene das Angebot der Trachtenbörse in Oberhof, sondern auch Eltern, deren Kinder eine grössere Ausstattung brauchten.

Breite Angebotspalette

Das Hauptangebot an der Börse bestand vorwiegend aus Fricktaler Sonntags- und Werktags Trachten, Kindertrachten und Gilets, Hosen und Kittel für die Herren. Schuhe, Trachtenhüte und eine Wühlkiste mit Stümpfen, Unterröcken, Pumphosen und so weiter rundeten die ganze Palette ab. In einer separaten Auslage präsentierten sich die wundervollen Schmuckstücke: Silberne Filigranbroschen und Ohrstecker für die Frauen, seidene Halsschleifen mit Silberschnalle zur Männerfesttagstracht oder schwarze Krawattenbänder zur Sonntagstracht.

Die drei Trachtenexpertinnen Annelis Berner aus Villingen, Lotti Leupi und Susanne Estermann aus Seon standen am Vortag der Trachtengruppe bei der Entgegennahme der Kleider bezüglich Qualität und Preise beratend zur Seite. In Anbetracht dessen, dass eine Festtagstracht mit Scheitelhaube rund 5000 Franken, eine Sonntags- oder Werktags Tracht etwa 2300 Franken kostet, fanden Kundinnen und Kunden Trachten inklusive Bluse, Schürzen und Fichu bereits ab 800 bis 1600 Franken, einzelne Stücke gar günstiger. Etwa ein Drittel aller Artikel fand einen neuen Besitzer.

«Es ist mir ein Anliegen, dass all die wunderschönen Trachten nicht nur in Ehren gehalten, sondern auch wieder angezogen werden und das Brauchtum weiter gepflegt wird», begründete Astrid Reimann, Präsidentin der Trachtengruppe ihr Engagement für die Börse, wobei sie auf die tatkräftige Mithilfe ihrer Vereinsmitglieder zählen konnte.