Samstagmorgen. Anstehen an der Kasse des Grossverteilers. Plötzlich grosse Aufregung und Getuschel in der Kundenschlange. «Ist er das? Ist er das wirklich?» – «Wer?» – «Dort vorne, schau doch, ist er das wirklich?» – «Ich bin nicht sicher, aber ich meine, schon.» Was die beiden jungen Damen vermuteten, bestätigte die Kassiererin: «Ja, sicher, das ist Baschi.»

Die Szene zeigt eines: Der Schweizer Mundart-Rocksänger Baschi ist in seinem Fricktaler Wohnort Frick präsent. Die Leute wissen um ihren prominenten Mitbürger. Und dieser geht auch ab und an im Dorf einkaufen. «Am ehesten sieht man ihn am Morgen beim Bäcker», weiss eine Frickerin. Doch auch bei den Grossverteilern sei der gebürtige Gelterkindner immer wieder Kunde und seine Gitarrensaiten kaufe er auch im Ort, wissen andere.

Er will nicht erkannt werden

Die Szene zeigt aber auch noch etwas anderes: Baschi legt es nicht unbedingt darauf an, in der Öffentlichkeit erkannt zu werden. Eine Nachbarin sagt es so: «Oft geht er mit Mütze und Brille aus dem Haus.» Allerdings: Ganz unerkannt möchte der Pop-Star dann doch nicht bleiben. Auf seinem Auto prangt jedenfalls in grossen Lettern sein Künstlername. Etwas Star-Kult für einen, der von sich selber auch schon sagte, er sei ein «Bünzli».

Ihren Anfang nahm die Musik-Karriere von Sebastian Bürgin, wie Baschi im bürgerlichen Leben heisst, im Schweizer Fernsehen. In der ersten Staffel der Castingshow «Music Star» (2003/04) kam er als 17-Jähriger in die Finalrunde der besten zehn – schied aber früh aus, belegte «nur» Rang sechs. Dennoch war die Teilnahme ein Sprungbrett und heute kann auf seiner Website ohne Übertreibung behauptet werden: «Er ist der, der weiss – obwohl nur Sechster –, was ein MusicStar wirklich ist.» Schliesslich wurde er zum jüngsten Nummer-1-Künstler der Schweiz in der Sparte Alben. Die damalige Siegerin, Carmen Fenk, oder auch die vor ihm platzierten Daniela Brun und Mario Pacchioli sind einer breiten Masse heute dagegen wohl eher nicht mehr bekannt.

Er lebt mit Katy Winter in Frick

Auch in privater Hinsicht war die Teilnahme an «Music Star» zukunftsweisend. Baschi lernte in der Show Katy Winter kennen – und lieben. Heute bewohnen die beiden gemeinsam das Haus in Frick. Was ihm an Frick gefällt, war vom Star selbst nicht zu erfahren. Im Moment sei er an der Planung eines neuen Albums und gebe keine Interviews, liess sein Management verlauten.

Es habe eine Weile gedauert , bis sie festgestellt hätten, dass nun ein Promi in Frick wohne, erzählt eine Nachbarin. Im Quartier am Frickberg sei der Pop-Star dann auch nicht so oft zu sehen. Am ehesten noch im Sommer beim Grillieren im Garten. Normalerweise aber herrscht kein grosser Kontakt. Die Fricker Normalbürger und ihr prominenter Mitbürger leben Tür an Tür aneinander vorbei. Typisch schweizerisch eben.

Normal, einen berühmten Nachbarn zu haben

Und dennoch merkt man, dass es für die Fricker nicht ganz normal ist, einen berühmten Nachbarn zu haben. «Vor allem für die Kinder ist es speziell, jemanden in der Nachbarschaft zu wissen, den sie ansonsten aus dem Fernsehen kennen», erzählt eine Anwohnerin. Und sie weiss auch gleich eine Anekdote zu berichten: Die Mädchen, die bei ihr babysitten, seien laut kreischend zum Fenster gerannt, als sie ihnen erzählt habe, wer in der Nachbarschaft wohne. Nicht selten dürften die beiden Mädchen seither flehen: «Chum, bring en hei» – und damit nicht den Pokal, sondern den Sänger des Ohrwurms meinen.

«Er ist einfach cool» , sagt ein anderer junger Bewohner des Frickberg-Quartiers. Und er schwärmt weiter: «Er ist ein Star und er hat ein wunderschönes Auto.» Ein gewisser Stolz über den prominenten Nachbarn schwingt in seiner Stimme durchaus mit. Und so wird er wohl im kommenden Herbst auch dabei sein, wenn die Kinder der Nachbarschaft an Halloween bei Baschi klingeln, um «Süsses oder Saures» zu ergattern. Es sei jedenfalls schon vorgekommen, berichtet man sich in Frick, dass Baschi an Halloween extra noch ins Dorf gefahren sei, um Süssigkeiten zu besorgen.