Laufenburg

Die Flüchtlinge bleiben länger im Notspital

In den vier Notspitälern – im Bild jenes in Muri – leben aktuell rund 590 Asylsuchende, 75 davon in Laufenburg.Archiv/Alex Spichale

In den vier Notspitälern – im Bild jenes in Muri – leben aktuell rund 590 Asylsuchende, 75 davon in Laufenburg.Archiv/Alex Spichale

Für die Geschützte Operationsstelle unter dem Spital wird ein Baugesuch eingereicht. Die Stadt ist über die Entwicklung wenig erfreut.

Die Asylunterkunft im unterirdischen Notspital in Laufenburg wird noch einige Zeit in Betrieb bleiben. Der Kanton reicht «dieser Tage» ein Baugesuch ein, um die geschützte Operationsstelle (Gops) auch längerfristig als Asylunterkunft nutzen zu können. Damit löst er ein Versprechen ein, das er den betroffenen Gemeinden – neben Laufenburg sind auch die Notspitäler in Muri, Baden und Aarau als Asylunterkünfte in Betrieb – im letzten Sommer abgegeben hatte. Damals versprach er, ein Baugesuch einzureichen, sollten die Gops nicht nur vorübergehend oder wiederkehrend als Asylunterkünfte genutzt werden.

Das Baugesuch beinhaltet laut Balz Bruder, Mediensprecher im Departement Gesundheit und Soziales, vor allem die bereits realisierten Brandschutzmassnahmen. Sie waren Voraussetzung, dass das Notspital als Asylunterkunft in Betrieb genommen werden konnte.

Noch mehrere Monate in Betrieb

Trotz Baugesuch: Eine unbefristete Nutzung soll es laut Bruder nicht geben. Das Notspital werde so kurz wie möglich und so lange wie nötig als Unterkunft betrieben. Wie lange dies sein wird, kann Bruder nicht abschätzen, sicher aber noch «einige Monate». Und: Auch wenn die Unterkunft dereinst geschlossen werden kann, bleibt sie eine Rückfallebene für den Fall, dass die restlichen Kapazitäten nicht reichen.

Bei der Stadt ist man über die Entwicklung wenig begeistert. «Menschen untertags unterzubringen, ist keine gute Lösung», sagt Stadtammann Herbert Weiss. Er weiss aber auch: «Geeignete Unterkünfte sind rar. Angesichts der Flüchtlingsströme bleibt dem Kanton wohl keine andere Wahl, als die bestehenden Unterkünfte länger zu betreiben.»

Mit Einsprachen wird gerechnet

Dass die Asylunterkunft in der Gops bereit im Frühling wieder geschlossen wird, wie dies einige Laufenburger gehofft hatten, daran mochte Weiss nie so recht glauben. Die Unterkunft werde aber «nicht länger als ein Jahr» in Betrieb bleiben, sagte Weiss Mitte November, als die ersten Asylsuchenden einzogen, zur az. Heute ist er vorsichtiger. «Ich befürchte, dass die Anlage mindestens ein Jahr in Betrieb sein wird.»

Ob die Stadt dem Baugesuch zustimmen wird, kann Weiss noch nicht sagen. «Das Gesuch liegt uns noch nicht vor.» Weiss rechnet aber damit, dass es Einsprachen von Anwohnern geben wird. Ein längerer Rechtsstreit zeichne sich ab.

Aktuell leben laut Bruder 75 Asylsuchende – alles alleinreisende Männer – im Notspital. Weitere 30 Männer sind in einer angemieteten Liegenschaft an der Hinteren Bahnhofstrasse untergebracht. Im «Grossen und Ganzen», so Weiss, laufe es gut. Einmal wurde ein Brandalarm ausgelöst und das Notspital musste kurzzeitig evakuiert werden.

Das zweite Mal soll ein Asylbewerber eine Betreuerin sexuell belästigt haben; ein Verfahren läuft (die az berichtete). «Das ist völlig inakzeptabel», sagt Weiss. Die ORS Service AG, welche die Unterkunft für den Kanton betreibt, habe zum Glück umgehend und richtig gehandelt. Für Weiss ist klar: «So etwas darf nicht wieder vorkommen.» Generell funktioniere auch das Sicherheitsdispositiv gut, sagt Weiss.

Keine Zwischenfälle an Fasnacht

Das habe sich gerade jetzt in der Fasnachtszeit, gezeigt. Man habe im Vorfeld zusammen mit ORS, Regional- und Kantonspolizei eine Lagebeurteilung vorgenommen und die Sicherheitsvorkehrungen so verstärkt, dass es den Fasnachtsbetrieb nicht beeinträchtigt habe. Zwischenfälle sind Weiss keine bekannt. «Das Konzept hat sich bewährt.»

Auch die Zusammenarbeit mit dem Kanton erachtet Weiss als «positiv», was Bruder ebenso sieht. «Sie verläuft konstruktiv und lösungsorientiert.»

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