Hornussen
Die Feldschützen Hornussen feierten ihren 125. Geburtstag

Zum Jubiläum gab es viele Gratulationen und viel Lob. Doch die Feldschützen schauen auch mit ein paar Sorgenfalten in die Zukunft.

Hans Christof Wagner
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Anstossen auf 125 Jahre Feldschützen Hornussen (v. l.): René Schweizer (Präsident), Beatrix Grütter (Kassier), Fabian Herzog (Beisitzer), Daniel Buchs, (Vizepräsident), Sandra Müller, Aktuarin und Christian Diriwächter (Beisitzer).

Anstossen auf 125 Jahre Feldschützen Hornussen (v. l.): René Schweizer (Präsident), Beatrix Grütter (Kassier), Fabian Herzog (Beisitzer), Daniel Buchs, (Vizepräsident), Sandra Müller, Aktuarin und Christian Diriwächter (Beisitzer).

Es war in der Turnhalle am Samstag ein Fest, wie es Präsident René Schweizer bei seiner Begrüssung angekündigt hatte: gemütlich, in bescheidenem Rahmen und begleitet von der Musikgesellschaft Hornussen. «Wir haben bewusst auf eine grosse Feier verzichtet», so Schweizer.

So gab es, bevor die Schützen ins Festprogramm einstiegen, erst einmal einen Apéro für alle Gäste. Gemeindeammann Claudia Balz gratulierte anschliessend im Namen des Gemeinderates. 125 Jahre Einsatz für die Dorfgemeinschaft, darauf dürfe der Verein stolz sein. Sport, Geselligkeit und Kameradschaft seien gleichermassen wichtig. Die Hornusser Feldschützen feierten ihr Jubiläum im Zeichen der zurückgehenden Bereitschaft von Menschen, sich in Vereinen und im Gemeinderat zu engagieren, sagte Claudia Balz. «Das ist eine Tendenz, die mir Angst macht.» Brauche die Gesellschaft doch das Miteinander. «Gut, dass die Feldschützen da eine positive Ausnahme bilden», betonte Claudia Balz. Dort sei das Vereinsleben noch intakt.

Auch Werner Häusermann, Präsident des Aargauer Schiesssportverbandes, gratulierte. 125 Jahre seien ein «stolzes Alter» für einen Schützenverein. Doch der Schiesssport geniesse nicht mehr den Stellenwert wie vor 20 und 30 Jahren. Häusermann nannte die Volksabstimmung am 22. September zwecks Abschaffung der Wehrpflicht ein «unsinniges Anliegen». Sollten die Initianten Erfolg haben, werde Schiesssport zum elitären Freizeitvergnügen.

Auch Peter Stadler, eidgenössischer Schiessoffizier, machte gegen die Initiative mobil. Eine Annahme hätte «verheerende Auswirkungen» für die Schützen. Das Feldschiessen würde verschwinden und Gemeinden hätten keine Verpflichtung mehr zum Erhalt von Schiessanlagen, warnte Stadler.

René Herrmann, der Vorsitzende des Bezirksschützenverbands Laufenburg, warnte ebenfalls. Der Stellenwert des Schiesssports, Häusermann sagte es in seinem Grusswort, sei nicht mehr so wie vor 20 bis 30 Jahren. Und tatsächlich: Auch die Feldschützen Hornussen waren Mitte der 80er Jahre mit rund 100 Mitgliedern am besten aufgestellt.

Das machte der Blick von Karl Herzog in die Vereinschronik deutlich. Dieser hob die langen Amtszeiten der jeweiligen Präsidenten hervor, die in der Regel mehr als 20 Jahre an der Spitze standen. «Das hat den Feldschützen viel Ruhe und Kontinuität eingeräumt», würdigte Herzog.

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