Um den vakanten Sitz von CVP-Stadtrat Thomas Argast, der Ende August aus persönlichen Gründen demissioniert hat (die az berichtete), kommt es zum Zweikampf. Die Kontrahenten, die sich am 27. November zur Wahl stellen, sind Regina Erhard (CVP) und Patrick Bernhart (FDP).

Dass die FDP-Ortspartei kurz vor Ende der Meldefrist mit Bernhart einen eigenen Stadtratskandidaten ins Rennen schickt, erstaunt den Präsidenten der CVP Ortspartei, Christian Winter: «Regina Erhard wurde nach der Bekanntgabe ihrer Kandidatur von zwei FDP-Vorstandsvertretern zu einer Befragung gebeten.

In deren Anschluss hat die FDP ihr die Unterstützung für ihre Kandidatur zugesagt», teilt Winter in einem Schreiben an die CVP-Mitglieder mit. Über das Motiv, das die FDP dazu bewogen hat, einen eigenen Kandidaten zu portieren, sei man im Unklaren.

Dass solch ein Gespräch – informeller Art – stattgefunden hat, um sich ein Bild von den ortspolitischen Ansichten der CVP-Kandidatin zu machen, bestätigt FDP-Vorstandsmitglied René Leuenberger: «Wir haben gesagt, dass es okay ist, wenn sie als Stadträtin antreten will. Von einer offiziellen Unterstützung war nie die Rede. Prinzipiell kann es bei einem Kaffeegespräch auch keine Zusagen geben.»

So müsse ein solcher Entscheid zunächst unter den Vorstandsmitgliedern diskutiert und von ihnen abgesegnet werden. «Mit der Unterstützung eines Kandidaten, der über die notwendigen Kompetenzen für die Ausübung des Stadtratamtes verfügt, will die FDP für das Stimmvolk eine echte Wahlmöglichkeit bieten», sagt Leuenberger.

Für Leuenberger ist es fraglich, wie der CVP-Vorstand auf die Idee kommt, dass die FDP die Kandidatur der CVP-Kandidaten unterstützen würde. «Bevor man so etwas kommuniziert, hätte der CVP-Vorstand auf uns zu kommen müssen», sagt er.

Einen Strich darunter gesetzt

«Das ist doch heute kalter Kaffee», sagt Winter und setzt damit einen Strich unter die parteipolitische Auseinadersetzung, ohne sich weiter dazu äussern zu wollen. Und auch Leuenberger sagt: «Wir haben uns ausgesprochen. Es geht um die Kandidaten und nicht um parteipolitische Differenzen.»