Hauenstein

Die Faszination der Burg hoch über dem Rhein

Mit Heinrich Dold im Gewand des Redmanns der Einungsmeisterversammlung der ehemaligen Grafschaft auf der Burgruine Hauenstein.  chr

Mit Heinrich Dold im Gewand des Redmanns der Einungsmeisterversammlung der ehemaligen Grafschaft auf der Burgruine Hauenstein. chr

Die Fricktalisch-Badische Vereinigung für Heimatkunde unternahm ihre Herbstexkursion an geschichtsträchtige Orte im nahen Hotzenwald. Über 40 Personen liessen sich über die Burgruine Hauenstein informieren.

Altes Gemäuer, das aus längst vergangenen Zeiten stammt und von dem oft nur noch wenig sichtbar ist, übt auf manche Zeitgenossen eine immense Faszination aus. Es sind beileibe nicht nur professionelle Altertumsforscher, die sich für die Geschichte dieser oder jener Ruine interessieren. So durfte denn der Präsident der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde, David Wälchli aus Ueken, über 40 Personen auf der Burgruine Hauenstein, einem Ortsteil von LaufenburgBaden, zur Herbstexkursion begrüssen.

Erkenntnisse aus der Forschung

Für einen überaus spannenden Rückblick auf die Bedeutung der Befestigungsanlage und deren Bewohner, so weit sie bekannt sind, sorgte Heinrich Dold aus Dogern, der Redmann der Einungsmeisterversammlung der ehemaligen Grafschaft Hauenstein. Er untermalte seine Erläuterungen über die neuesten Erkenntnisse aus der Erforschung der bislang wenig beachteten, aber sehr grossen Ruinenanlage Hauenstein (vgl. az Aargauer Zeitung vom 21. September, Seite 31) mit grossformatigen Illustrationen und Plänen.

Intakte Burgen und Schlösser vermitteln Romantik, Burgruinen bergen dagegen eher Geheimnisvolles und Schicksalhaftes, so die Burgruine Hauenstein mit ihren bis zu 7 Meter hohen und 3 Meter starken Aussenmauern auf einem steilen Gneisrücken, hoch über dem Rhein gelegen. Die Burg brannte 1503 nieder, doch die Grafschaft Hauenstein existierte noch bis ins Jahr 1806.

Überwucherte Ruine soll vom Pflanzenteppich befreit werden

Die Burg Hauenstein verlieh nicht nur der unter ihr liegenden, einst kleinsten Stadt Deutschlands ihren Namen, sondern auch dem Verband der 8 Einungen, deren Gebiet dem heutigen Hotzenwald entspricht und damals als Grafschaft Hauenstein bezeichnet wurde. Wann die Burg errichtet wurde, lässt sich heute nicht mehr ergründen. Im Jahr 1215 ist von einem Ritter Luithold von Hauenstein die Rede, der eine Kapelle zu Ehren des heiligen Josef erbauen liess, weil an jener Stelle sein kleiner Sohn einen Sturz aus 30 Meter Höhe unversehrt überlebte.

Die Burg Hauenstein war lange Zeit Sitz des jeweiligen Waldvogts, der von den Habsburgern, der damaligen österreichischen Landesherrschaft, eingesetzt war. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass der letzte Waldvogt die Burg im Jahr 1495 verliess und er fortan in Waldshut residierte. Die Anlage blieb noch bis zu ihrer Zerstörung vor rund 500 Jahren bewohnt. Es gibt nun Bestrebungen, die völlig überwucherte Ruine vom Pflanzenteppich zu befreien.

Auf dem Programm standen anschliessend noch die Besichtigung der altsteinzeitlichen Fundstelle der Grube Zimmermann und der Pfarrkirche St. Pelagius in Hochsal.

Die Exkursion klang im Gasthaus Engel in Niederhof aus. (chr)

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