Diese Ferienwohnung ist alles andere als 08/15: In Wegenstetten wurde in mehrmonatiger Arbeit die «Alte Trotte» zu einer Ferienunterkunft umgebaut. Seinen heutigen Namen «Flederhaus» verdankt das Baudenkmal den Grossen Hufeisennasen, die sich im Dachstock des Stalls einquartiert haben – und deren Wochenstube dank der Restaurierung mitsamt dem Haus erhalten bleibt (die AZ berichtete).

Das Flederhaus wurde vor rund sechs Wochen zu Beginn der Sommerferien eröffnet und kann von bis zu sechs Personen gemietet werden. Die Vermietung sei bisher ruhig angelaufen, sagt Nancy Wolf, verantwortlich für Marketing und Kommunikation bei der Stiftung Ferien im Baudenkmal. Den Grund dafür sieht sie beim Zeitpunkt der Eröffnung: «Da haben die meisten – besonders Familien mit kleinen Kindern oder Gruppen – ihre Feriendestinationen bereits gebucht.»

Besonders die Laube hat den Gästen gefallen

Immerhin: Bisher wurde das Flederhaus zwei Wochen von Feriengästen bewohnt. «Für den Herbst sind auch schon Buchungen eingegangen», so Wolf. Für ein echtes Zwischenfazit sei es aber noch zu früh. «In der Regel dauert es 12 Monate, bis die Vermietung eines Baudenkmals anläuft. So lange werden Ferien in der Regel vorausgeplant», erklärt Wolf.

Von den ersten Feriengästen aber gebe es positive Rückmeldungen: «Da sie in den vergangenen Sommerwochen vor Ort waren, haben sie die offene Laube und den alten Obstgarten hinter dem Haus sehr genossen», sagt Wolf. In der Regel seien die Gäste in den Ferienwohnungen der Stiftung Menschen mit einer Affinität für Architektur, Design und Natur, «die in ihren Ferien Ruhe und Entschleunigung in einem authentischen Umfeld suchen», so Wolf. «Selbstverständlich hoffen wir, mit dem Flederhaus auch Fledermausfans anzusprechen.» Schliesslich sei das Ziel, die Gäste für Baukultur und im Fall des Flederhauses auch für Artenschutz zu sensibilisieren.

Das Flederhaus wurde bei der Restaurierung nicht isoliert, um die historische Bausubstanz zu erhalten. Darum wird es nur während der wärmeren Monate vermietet. Geheizt wird an kälteren Tagen mit dem Kachelofen. Im Oktober endet die erste Saison. Für das kommende Jahr hat Wolf einen Wunsch: «Möglichst viele zufriedene Gäste, die nach ihrem Aufenthalt viel Wissen und Erlebnisse über Baukultur und Artenschutz mit sich nach Hause nehmen.»